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Weinheim Feierliche Krönung der neuen Winzerkönigin Miriam II. und ihrer Prinzessinnen Sarah und Sophie beim Festabend / Umzug am Sonntag fällt aus

Die Hoheiten feiern ihren Einstand

Archivartikel

Am Samstagabend strahlten die drei neuen Winzerhoheiten Miriam Hörr, Sarah Schmiedel und Sophie Gaibler bei ihrer Krönung noch um die Wette. Doch am Sonntag kam die Enttäuschung. Gleich der erste offizielle Termin fiel für die drei jungen Frauen buchstäblich ins Wasser. Der Winzerfestumzug mit insgesamt 44 Zugnummern wurde wegen des strömenden Regens abgesagt.

Das war nicht nur traurig für die neuen Weinhoheiten, sondern auch ein bisschen für Ortsvorsteherin Doris Falter. Die feierte nämlich in diesem Jahr ihr 50. – und damit Goldenes – Winzerfestjubiläum. Exakt vor fünf Jahrzehnten war sie selbst strahlende Repräsentantin des Bergsträßer Winzerfestes. „Damals herrschten 26 Grad und Sonnenschein“, erinnerte sie sich.

Dabei hatte das Winzerfestwochenende furios angefangen. Mehr als 1000 Menschen feierten am Freitagabend in der Winzerhalle zur Musik der Band „Allgäu Power“ und waren damit schon im richtigen Partymodus.

Es folgte der Samstag, auf den die neuen Winzerhoheiten „schon sehr lange hingefiebert“ hatten, wie Winzerkönigin Miriam Hörr beim Krönungsabend in der Gemeindehalle verriet. bei ihrer Dankesrede auf dem 72. Bergsträßer Winzerfest. Gemeinsam mit ihren beiden Prinzessinnen Sarah Schmiedel und Sophie Gaibler erwartete sie die Krönungszeremonie, die traditionell während des Winzerfestes stattfindet.

Alles war perfekt: Die Halle war voll besetzt und die sechsköpfige Band „Empire“ machte kräftig Stimmung, bis Stefan Kilian, Vorsitzender des Vereins, Ortsvorsteherin Doris Falter, die Winzerhoheiten sowie zahlreiche Gasthoheiten mit einem Fackelzug der Feuerwehr Weinheim und den Tönen der Kapelle „Schalmeien“ eindrucksvoll auf die Bühne begleitet wurden.

Im Namen von Oberbürgermeister Manuel Just wandte sich Doris Falter mit Grußworten an die Gäste, die so zahlreich zu dem Fest, das für viele Lützelsachsener der „Höhepunkt jedes Jahres“ ist.

Doch einen kleinen Wermutstropfen gab es schon, denn die Krönung der neuen Hoheiten bringt auch den Abschied der amtierenden Winzerhoheiten mit sich. „In einer Zeit, in der es nicht selbstverständlich ist, ein Ehrenamt auszuüben, habt ihr euch des Amtes angenommen und habt viel Zeit dafür investiert“, würdigte Kilian das Engagement der scheidenden Winzerkönigin Lina Stahl und ihrer Prinzessinnen Jennifer Geißler und Lisa Guthier. Die drei waren ein Jahr im Amt und vertraten in dieser Zeit den Ort sowie den Lützelsachsener Rittersberg Spätburgunder.

Viele persönliche Höhepunkte

Ihre Nachfolgerin kennt Lina bereits sehr gut. Vor drei Jahren waren die beiden gemeinsam Prinzessinnen und lernten zusammen die Aufgaben als Winzerhoheit kennen. Deshalb sei sie sich nicht nur sicher, dass ihre Nachfolgerin bestens geeignet sei für die Aufgaben, die auf eine Winzerkönigin zukommen, auch gönne sie Miriam das Amt von Herzen, sagt Lina Stahl. Bevor sie und ihre Prinzessinnen ihre Ämter aber endgültig abgaben, blickten sie auf ihr Jahr mit ihren persönlichen Höhepunkten zurück. Für Lina war ein besonderer Moment in ihrem Amt die Reise nach Berlin, bei welcher sie sich das ZDF-Studio und die Morgenmagazin-Sendung anschauen durfte. Für Jennifer war ein Höhepunkt die Altenbacher Kerwe und für Lisa der Umzug in Groß-Umstadt.

Neben den vielen schönen Momenten und den Menschen, die sie kennenlernten, zeigten sich die Winzerhoheiten nun jedoch auch froh, zu dem Kreis der Ehemaligen zu gehören, auf den nächsten Kerwen einfach nur als Besucher zu feiern und „nicht mehr so viel Geld für Strumpfhosen und Blasenpflaster ausgeben zu müssen“.

Dies müssten nun die neuen Winzerhoheiten auf sich nehmen, doch nicht ohne die Hilfe und den Rat der Ehemaligen. Nach Danksagungen, Abschiedsgeschenken von Gasthoheiten und reichlich Umarmungen kam anschließend der Moment, auf den sich Miriam und ihre Prinzessinnen schon lange freuten – ihre Vorgängerinnen setzten ihnen die Kronen auf. Es ist eine große Ehre, heute hier zu stehen. Es macht uns sehr stolz, dieses Amt ausüben zu dürfen“, bedankte sich die neu gekrönte Winzerkönigin abschließend beim Publikum. buz/vmr