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Liebfrauenschule 2 Kreativgruppe Theater der sechsten Klassen zeigt „Das geht zu weit!“

Die Tiere drehen den Spieß um

Archivartikel

Bensheim.Vogelzwitschern, früher Morgen: Die Tiere im Zoo erwachen. Von den Schauspielern in zurückhaltender Kostümierung, aber umso treffender charakterisiert, melden sich all die Hühner, Kaninchen, Lamas, Pinguine und Kolibris und auch die laaaaangsamen Schildkröten zu Wort, die im Zoo zwar gepflegt und gefüttert werden, aber doch nicht so ganz glücklich sind. Schließlich erscheinen auch noch die Katzen – etwas überheblich, denn schließlich sind sie nicht eingesperrt wie die anderen Tiere.

Damit, was die Menschen den Tieren antun, beschäftigt sich das Stück „Das geht zu weit!“, der Beitrag der Kreativgruppe Theater der 6. Klassen der Liebfrauenschule zu den Schultheatertagen. Denn den wahren Bedürfnissen der Tiere wird der Zoo nicht gerecht. Hier ist es viel zu warm, meinen die Pinguine, und die Hühner beschweren sich, dass ihnen immer die Eier weggenommen und sie als „dumme Hühner“ beleidigt werden.

Die Kaninchen finden auch, dass die Menschen schlimm sind – immer wollen sie die Tiere streicheln, auch wenn die das gar nicht möchten. Außerdem haben die Menschen einen Kaninchen-Onkel erschossen. Den Kolibris ist der Käfig zu klein und noch dazu kommen ihnen die Menschen viel zu nah, „100 Meter Abstand“ bräuchten sie eigentlich. Auch die Lamas wollen nicht angefasst werden und überhaupt möchten sie nicht gern eingesperrt sein.

Kein unerwünschtes Kraulen mehr

Gerade spotten die Katzen, dass die Zootiere doch selbst schuld seien: Sie, die Katzen, hätten die Menschen schließlich im Griff. Da kommen die jugendlichen Zoobesucher. Sie sind etwas gelangweilt, aber streicheln wollen sie die Tiere trotzdem. Die Katzen quittieren das mit Kratzen. Da finden auch die anderen Tiere: Es reicht. Sie überreden die Katzen, mit ihren Krallen die Käfige zu öffnen. Jetzt drehen die Tiere den Spieß um und sperren die Menschen ein. Doch den Teenies macht das erstmal nichts aus, Hauptsache, sie haben ihr Handy dabei.

„Wir müssen uns organisieren“, meinen die Tiere und beschließen, eine Vereinbarung mit den Menschen zu treffen. Doch es ist gar nicht so leicht, einheitliche Forderungen aufzustellen, denn die Bedürfnisse der Tiere sind nicht alle gleich.

Aber auf vieles kann man sich einigen: Dass alle Tiere mit Respekt behandelt werden müssen und die gleichen Rechte wie die Menschen bekommen, zum Beispiel. Außerdem: Kein unerwünschtes Kraulen mehr und genügend Abstand. Menschen, die die Regeln brechen, sollen auf den Mond geschossen werden. Und was brauchen die Teenies? „Nie mehr Schule und immer einen vollen Akku“.

So wird es beschlossen. Die Tiere kehren in ihre jeweilige Heimat zurück und alle leben glücklich. Und, so lautete der Schlusssatz in diesem „Märchen“-Stück, wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute. eba