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Im Test Der Mazda3 überzeugt nicht nur mit einer üppigen Ausstattung und hochwertiger Verarbeitung – sondern auch mit Sparsamkeit

Ein grundsolider Schönling

Leverkusen.Die Zeiten, in denen Fahrzeuge von Mazda im japanischen Einheitsbrei untergegangen sind, liegen lange zurück. Sehr lange. Denn von Modell zu Modell zeigt der Hersteller aus Hiroshima, was an schicken Linien und stimmiger Innenausstattung alles herauszuholen ist. Das beste Beispiel: der taufrische Mazda3. Ein breiter Kühlergrill, schmale Leuchten und ein coupéähnliches Heck zeigen einen kraftvollen Schönling – der sich als grundsolide erweist.

Im Inneren fallen die mustergültige Verarbeitung und die hochwertigen Materialien auf. Alles reduziert und modern, Hartplastik ist nicht zu finden. Und auch die Bedienung erklärt sich intuitiv. Das überarbeitete Infotainment-System überzeugt mit einer übersichtlichen Menüführung und der serienmäßige 8,8-Zoll große Zentralbildschirm lässt sich dank hoher Auflösung tadellos ablesen. Die Bedienung erfolgt à la BMW über einen Drehknopf.

Mazda hat als Testwagen den einzigen Diesel im Programm zur Verfügung gestellt. Zurzeit gibt es neben ihm noch einen Benziner zur Auswahl. Später in diesem Jahr legen die Japaner mit dem Skyactiv-X die Spitzenmotorisierung für den Mazda3 nach: Einen Zwitter, der das beste aus Diesel und Benziner vereinigen soll. Aus zwei Litern Hubraum entwickelt der Vierzylinder rund 180 PS. Der Benziner leitet die Verbrennung wie beim Diesel durch eine Kompressionszündung ein. Durch ein besonders mageres und homogenes Gemisch aus Luft und Kraftstoff, das nur durch die Kompressionszündung vollständig verbrennen kann, sollen besonders niedrige Verbrauchs- und Emissionswerte erzielt werden. Das hat kein anderer Hersteller in Serie – und wir sind auf eine Kostprobe gespannt. Doch zum Diesel: 116 PS klingen nicht nach Beschleunigungswunder, das ist der Mazda3 mit ihnen auch nicht. Dennoch ist zügiges Vorankommen kein Problem – und mit fünf Litern Testverbrauch zeigt er sich genügsam.

Knackige Sechsgangschaltung

Ordentlich Potenzial hat das Fahrwerk. Gröbere Fahrbahnschwächen meistert es souverän und pariert Kurven, dass es eine Wonne ist. Zielgenau unterstützt dabei die Lenkung sportliche Ambitionen genauso wie die knackige Sechsgangschaltung. Doch der Mazda3 kann auch gemütlich. Dabei extrem auffallend: die Ruhe im Innenraum. Nahezu perfekt hält die Dämmung Umwelteinflüsse und Windgeräusche draußen.

Auch wenn man es ihm nicht ansieht, ist der kompakte 3er richtig erwachsen geworden. Mit einer Außenlänge von 4,46 Metern ist er stattliche 20 Zentimeter länger als ein VW Golf. Das kommt den Passagieren natürlich bei der Beinfreiheit zugute. Hinten raubt allerdings die schicke Linie Großgewachsenen die Kopffreiheit. Ein Manko sind der enge Kofferraum und die hohe Ladenkante. Beeindruckend präsentiert sich die Ausstattung des Mazda3. Schon in der Basisversion für knapp unter 23 000 Euro sind Spurwechsel- und Notbremsassistent, LED-Scheinwerfer, Abstandsregler, Head-up-Display sowie vollständige Smartphone-Integration inklusive. Eben ein sympathischer Schönling, der auch noch preiswert ist.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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