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Porträt Der 54-jährige Jörg Unger vom SV Rohrhof II macht so manchem Jungen noch etwas vor

„Er ist ein Vorbild an Einsatzbereitschaft“

Archivartikel

Je oller, desto doller sagt sich Jörg Unger, der mit seinen 54 Jahren der älteste aktive Spieler aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung ist und in der B-Klasse beim SV Rohrhof immer noch dem Ball nachjagt. „Ich fühle mich noch fit und möchte – wenn es meine Knochen mitmachen – weiter in der Aktivität bleiben“, erklärt Unger, der das Fußballspielen mit sechs Jahren zunächst beim FC Badenia Hirschacker und später beim SV 98 Schwetzingen erlernt hat.

Erstaunlich ist, dass der Oldie noch so fit ist, denn seine Fußballlaufbahn verlief alles andere als verletzungsfrei. Mehrere Bänderrisse, eine Kniescheibenverletzung, ein Rippenbruch und ein Verdacht auf Schädelbruch warfen ihn immer wieder zurück. Doch der Mann mit dem großen Kämpferherz ließ sich dadurch nicht unterkriegen und kämpfte sich immer wieder heran.

„Jörg ist ein Vorbild an Einsatzbereitschaft und macht trotz seines fortgeschrittenen Alters so manchem jungen Spieler noch etwas vor. Auf ihn kann man sich voll verlassen und er leistet mir nicht nur als Spieler, sondern auch als Co-Trainer wertvolle Dienste“, ist sein Trainer Daniel Bittmann voll des Lobes. Der Rohrhofer Tausendsassa hat in seiner langen Laufbahn schon auf fast allen Positionen gespielt – außer im Tor: „Da fehlte es mir an der Größe. Mich zeichneten meine Schnelligkeit und mein guter Antritt aus und ich ging dahin, wo es weh tat. Ich bin gelernter Stürmer und auf dieser Position fühle ich mich bis heute am Wohlsten.“

Seine erfolgreichste Zeit verbrachte Unger in den 1990er Jahren beim ASV Feudenheim, wo er innerhalb von fünf Jahren von der A-

-Klasse bis in die Landesliga aufgestiegen ist. Als fußballerisches Highlight nennt der 54-Jährige das Freundschaftsspiel 1995 gegen Borussia Mönchengladbach, dass ein damaliger Feudenheimer Sponsor ermöglichte. „Trainer der Gladbacher war Bernd Kraus und im Tor stand Uwe Kamps. Gegen Spieler wie Bachirou Salou, Hans-Jörg Criens, Michael Frontzeck, Martin Dahlin, Jörg Neun und Joachim Stadler (Anm. d. Red.: inzwischen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums beim SV Sandhausen) spielen zu dürfen, war schon eine tolle Sache, obwohl wir mit 1:15 ordentlich eine auf die Mütze bekamen“, resümiert Unger.

Zum Aufstieg geschossen

In guter Erinnerung sind ihm auch die beiden Aufstiegsspiele mit Feudenheim geblieben, in denen er mit seinen Toren entscheidend am Erfolg beteiligt war. Auch das Derby im Dress des TSV Wieblingen gegen Eppelheim, als er alle drei Tore zum 3:0-Sieg erzielte, sind dem Lkw-Fahrer bis heute noch gegenwärtig.