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Weinheim Lern-Projekt besteht seit einem Jahr / Oberbürgermeister Just übernimmt Vorsitz der Steuerungsgruppe

Erste Teilnehmer finden Ausbildungsplatz

Archivartikel

Täglich acht bis zehn Teilnehmer, fast 80 in einem Jahr, zwei feste Ausbildungsstellen, mehrere Jobs und Langzeitpraktika, dazu eine deutliche Verbesserung der deutschen Sprache – eine Perspektive. Dazu kommen verschiedene Projekte für das Gemeinwesen. Die Lern-Praxis-Werkstatt in den Räumen einer „Naturin“-Werkhalle am Käsackerweg hat nach einem Jahr eine Reihe von Erfolgen vorzuweisen, das teilt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung mit. Diese Bilanz war Thema einer Sitzung der Steuerungsgruppe des Projekts.

Im Juli 2018 wurde die Lern-Praxis-Werkstatt (LPW) als Gemeinschaftsprojekt unter dem Dach der Regionalen Jugendagentur Job Central eröffnet. Wesentlich mitgetragen wurde es dabei von der Stadt Weinheim und ihren Bildungseinrichtungen, der Weinheimer Wirtschaft – insbesondere den Firmen Naturin und Freudenberg – dem Rhein-Neckar-Kreis, der Freudenberg- und der Volksbank-Stiftung sowie einer Gruppe ehrenamtlicher engagierter Bürger.

In der Sitzung übernahm jetzt Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just, wie vorgesehen, den Vorsitz der Steuerungsgruppe. Jürgen Ripplinger, der die Kommunale Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf und die Geschäftsführung von Job Central betreut sowie LPW-Projektleiter Ante Rasic und Werkstattleiter Khalil Sephernia konnten dem neuen Vorsitzenden erfreuliche Zahlen vorlegen: Seit August 2018 wurden 78 Teilnehmer betreut, aktuell nehmen zwischen acht und 15 Teilnehmer an den verschiedenen Modulen teil; täglich sind acht bis zehn Teilnehmer anwesend und beschäftigt.

Frauenanteil erhöht

Durch das Angebot einer Nähwerkstatt konnte der Anteil an teilnehmenden Frauen deutlich erhöht werden. Bisher wurden zwei Teilnehmer in eine Ausbildung vermittelt (ein Gebäudereiniger und ein Fachlagerist); vier Teilnehmer wurden direkt in Arbeit vermittelt (Koch, Trainee-Stelle, Schreiner, Helfer bei Fahrzeugglaser), zwei weitere absolvieren ein Langzeitpraktikum mit Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Ripplinger erwähnte auch niederschwellige Erfolge: Die Teilnehmer haben ihre Sprachkenntnisse verbessert, sie erleben eine sinnvolle und kreative Tagesstruktur in Gemeinschaft. In der Öffentlichkeit sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LPW präsent, sie haben bei Renovierungsarbeiten beim Stadtjugendring geholfen, haben Bänke im öffentlichen Raum restauriert, einen Bauwagen in einer Kindertagesstätte und eine Ruhezone bei einer Grundschule geschaffen.

Ripplinger berichtete, dass im ersten Halbjahr 2019 sogar eine Ausweitung der Zielgruppe erprobt wurde: Dabei haben auch Schülerinnen und Schüler ein Praktikum in der LPW absolviert. Für die Zukunft definierte die Steuerungsgruppe konkrete Ziele: Die Teilnehmerzahl soll auf 120 gesteigert werden, wovon 20 Prozent Frauen sein sollen.

Der Geschäftsführer von Job Central betonte, dass weitere interessierte Ehrenamtliche gesucht werden, die ein- oder zweimal die Woche ein Angebot für die Teilnehmer anbieten. Möglich ist ein gemeinsames Kochen, Hilfestellung beim Deutschlernen oder EDV-Training. Auch handwerkliche Angebote zur Weiterbildung sind gefragt.

Interessenten melden sich bei Projektleiter Ante Rasic unter E-Mail ante.rasic@jobcentral.de. wn