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69. Lindauer Nobelpreisträgertagung 580 Nachwuchswissenschaftler im Austausch mit 39 Preisträgern / Appell an Studenten

„Es gibt viele Probleme da draußen“

Archivartikel

Lindau.Der wissenschaftliche Nachwuchs stand im Fokus der feierlichen Eröffnung der 69. Lindauer Nobelpreisträgertagung in der Inselhalle Lindau. Die Redner appellierten an die junge Generation der Wissenschaftler, die gesellschaftliche Entwicklung aktiv mitzugestalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Eine Rekordzahl von 89 Nationen ist diesmal auf der Lindauer Tagung vertreten, 580 Nachwuchswissenschaftler kommen bis zum Freitag, 5. Juli, mit 39 Nobelpreisträgern zusammen. Das Programm widmet sich turnusgemäß der Physik. Entsprechend dem aktuellen Physiknobelpreis 2018 bildet die Laserphysik ein Kernthema. Weitere Themen sind Dunkle Materie und Gravitationswellen, die 2016 erstmals nachgewiesen werden konnten.

Die Gastgeberin Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau, griff in ihrer Begrüßung einen Aufruf der Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn von 2018 auf, in der diese in Lindau für eine globale, nachhaltige und offene Wissenschaft plädiert hatte: „Gemeinsam mit Liz Blackburn haben wir einen Entwurf für eine ‚Lindau Declaration‘ erarbeitet. Teilen Sie Ihre Visionen mit uns und wirken Sie mit!“, wandte sich Gräfin Bernadotte an die anwesenden Wissenschaftler. Die Lindauer Tagung sei als Dialog- und Austauschforum genau dazu prädestiniert.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek hob die Bedeutung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen hervor: „Sie sind ein internationales und in der Welt einzigartiges Forum der Begegnung von Forschenden aus aller Herren Länder. Deshalb erfreuen sie sich zunehmender Beachtung im In- und Ausland. In Lindau werden nicht nur wichtige Brücken zwischen verschiedenen Nationen und Kulturen gebaut, sondern hier entstehen auch Netzwerke über Generationen hinweg. Wo sonst können sich junge Wissenschaftler so direkt mit Nobelpreisträgern austauschen? Das bietet nur Lindau.“ Das Bundesministerium für Bildung und Forschung zählt zu den größten Förderern der Lindauer Tagungen. Nobelpreisträger Brian Schmidt aus Australien ermutigte in einer Grundsatzrede die jungen Wissenschaftler, sich stärker bei gesellschaftlichen Herausforderungen einzubringen: „Es gibt wahrhaftig viele Probleme da draußen. Wir Wissenschaftler sind es, die sich damit konfrontieren müssen. Lasst uns darüber diskutieren!“ Den Auftakt des wissenschaftlichen Programms am Montag, 1. Juli bildete die Vorlesung der Physikerin Donna Strickland, die im vergangenen Jahr als erst dritte Frau den Nobelpreis für Physik erhalten hat. Auch ihr Co-Laureat von 2018, Gérard Mourou, kommt nach Lindau. Er ist einer von zehn Nobelpreisträgern, die zum ersten Mal an der Tagung teilnehmen. zg