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Interview Mittelfeldspieler Fabian Wild (27) gehört zu den Routiniers im Schwetzinger Kader / Dünne Personaldecke bereitet Sorgen

„Es wird auf jeden Fall nicht einfach“

Archivartikel

13 Mann tummeln sich knapp eine Woche vor dem Landesliga-Saisonauftakt im Training des SV 98 Schwetzingen. Mehr sind nicht übrig geblieben. Einer, der bislang aber noch durchhält, ist Fabian Wild.

Der Mittelfeldspieler spricht im Interview über die schwierige Saison und seine ungewohnte Rolle als Routinier mit gerade einmal 27 Jahren.

Die Liste der verletzten Spieler ist lang, die Trainingsgruppe klein. Herr Wild, wie groß sind die Sorgen vor dem Start in die neue Spielzeit?

Fabian Wild: Die Ausfälle im vorderen Bereich schmerzen. Wir trainieren mit maximal 13 Spielern, das ist nicht optimal. Aber alle Jungs, die hier sind, sind auch fit. Klar: Einige Mannschaften sind deutlich besser aufgestellt, aber Sorgen mache ich mir nicht.

Trotz Ihres jungen Alters gehören Sie zu den erfahrenen Spielern. Welche Rolle nehmen Sie ein?

Wild: Ich habe auch schon im Trainingslager versucht, dass wir Disziplin und Tempo reinkriegen. Mit so wenig Spielern ist es aber schwer, gerade die jungen Spieler unter Kontrolle zu bekommen. Der Trainer versucht es auch immer wieder. Mit Alexander Dirks und Malek Örum sind auch noch weitere Spieler dabei, die vorneweg gehen. Es wird auf jeden Fall nicht einfach.

Es wird aber nichts dem Zufall überlassen. Zum ersten Mal seit langer Zeit war der SV 98 im Ausland im Trainingslager.

Wild: Das war definitiv mal wieder etwas anderes. Es war anstrengend und die Tage durchgeplant: Wir sind um 7 Uhr aufgestanden und es war spät, als wir nach der Teambesprechung wieder ins Bett durften. Die zwei freien Tage danach habe ich gebraucht, aber ich spüre es immer noch.

Mit Harald Wilkening kam Ende 2019 ein neuer Trainer, der bei seiner Arbeit durch die Corona-Pandemie ausgebremst wurde. Welchen Eindruck haben Sie mittlerweile von ihm gewonnen?

Wild: Er zieht seine Sache durch. Ich habe früher schon höherklassig gespielt und kenne die Anforderungen, die in disziplinarischer Hinsicht an uns gestellt werden. Ich glaube, die Umstellung für die jungen Spieler ist größer. Er versucht, seinen Stil voranzutreiben, aber auch er hat Probleme. Was soll er mit 13 Leuten einstudieren?

Ist die erste Phase der Saison somit eine Art Blindflug?

Wild: So würde ich es nicht nennen. Wir hatten drei Testspiele, die waren aus unserer Sicht aber nicht wirklich erfolgreich. Es bringt wenig, wenn wir jetzt in die Saison reingehen und sagen, wir rennen alle anderen Mannschaften kaputt. Es kommt dazu, dass wir nicht wechseln können, das wird anstrengend.

Schwetzingen ist in der Landesliga ein großer Name, aber zum ersten Mal gehört der SV 98 nicht zum Favoritenkreis. Trotz der Probleme: Welche Ziele hat die Mannschaft formuliert?

Wild: Intern haben wir natürlich eine Zielsetzung. Ob die mit den ganzen Ausfällen aber realisierbar ist, wird sich zeigen. Wenn Schwetzingen in der Landesliga an den Start geht, dann muss dieser Verein eigentlich oben mitspielen. Intern wird von einem Umbruch gesprochen und ich bin mit 27 Jahren schon einer der ältesten Spieler im Kader. Daran erkennt man diesen Umbruch. Wir tun alles dafür, dass es funktioniert. Wir kämpfen, wir rennen, wir machen, aber die Gegner werden mit Sicherheit etwas dagegen haben.