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Bestseller George Saunders’ „Fuchs 8“ unterhält intelligent

Fabel über die Menschen

Archivartikel

Die Sprache der Menschen hat er sich aus deren Gutenachtgeschichten abgelauscht – und daher fasst der tierische Ich-Erzähler in „Fuchs 8“ seine Worte eher schlecht in Schriftform. Gerade das macht den Reiz im jüngst auf Deutsch erschienenen Buch von Beststeller-Autor George Saunders aus. „Mit Hühnern haben wir ein super fären Dil“, sagt Protagonist Fuks 8 einmal. „Si machen di Aja, wir nemen di Aja, si machen noie Aja.“

Geschichte mit Anmut

In solch eigentümlicher Weise schreibt der 60-jährige US-Autor eine kleine, wunderbare Fabel über die Rolle des Menschen in der Welt. In der Story geht es um den reizenden, zugänglichen und neugierigen Fuks 8, der sich mit Fuks 7 zum neuen Einkaufszentrum aufmacht, um nach Nahrung Ausschau zu halten. Doch endet der Ausflug in einem Fiasko: einem menschengemachten. Der mit dem prestigeträchtigen Man-Booker-Preis ausgezeichnete Saunders findet in „Fox 8“ – so das Buch im Original – liebliche Ausdrücke voll herzig-witziger Verballhornungen. Der deutschen Übersetzung würden etwas weniger orthografische Zurückhaltung und mehr sprühend-unkorrekte Wortschöpfungen stehen. Ihre Anmut aber hat die Geschichte hier nicht verloren. dpa