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Weinheim Rainer Höß’ neues Werk „Enkel“ feiert Premiere

Film über Versöhnung

Ihre Großeltern kannten sich auf unheimliche Weise: Rainer Höß ist der Enkel von Rudolf Höß, dem ersten Lagerkommandanten des Konzentrationslagers in Auschwitz. Gerald Sanders Großmutter Sophie Stippel, die ihren Lebensabend in Weinheim verbracht hat, überlebte die Inhaftierung im Konzentrationslager, in das sie als Zeugin Jehovas 1942 deportiert worden war.

Rudolf Höß, der wie Sophie Stippel in Mannheim groß geworden war, erkannte sie und holte sie als Köchin in seinen Haushalt. Den Film „Die Köchin des Kommandanten“ haben viele Zuschauer unter anderem im Weinheimer Kino „Modernes Theater“ mit großem Interesse gesehen; seither gibt es auch eine enge persönliche Verbindung zwischen Gerald Sander, der in Weinheim lebt, und dem Bündnis „Weinheim bleibt bunt“.

Schon damals berichtete Gerald Sander von seinen Begegnungen und Gesprächen mit Rainer Höß, dem Enkel des „Kommandanten“ Rudolf Höß – und einem möglichen neuen Filmprojekt. Jetzt ist es so weit: Rainer Höß und Gerald Sander, die beiden Enkel, treffen sich am Sonntag, 9. Februar, in Weinheim, wieder im Kino „Modernes Theater“ zur Deutschland-Premiere des Films „Enkel“ von Rainer Höß und Regisseur Aleksandar Reljic, produziert von RTV-Radio Television of Vojvodina, das ist eine autonome Provinz in Serbien.

Bewegender Streifen

Der Film beleuchtet die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Rainer Höß und der in Rumänien geborenen Jüdin Eva Mozes Kor, die Auschwitz überlebt hat. Als Ausdruck für ihrer beider Verbundenheit im Engagement gegen Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat sie Rainer Höß 2014 auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers symbolisch adoptiert.

Reljic hat aus dem Stoff einen bewegenden Film entwickelt. Er zeigt, dass es möglich ist, auch nach dem Holocaust einen Dialog zu führen und einen gemeinsamen Weg zu finden. Von Eva Mozes Kor ist der Satz überliefert, sie habe gelernt, den Enkel als Menschen zu betrachten, „nicht als Höß“. Der Film „Enkel“ wird im Rahmen einer Matinee am Sonntag, 9. Februar, um 12 Uhr aufgeführt, er dauert (in englischer Originalfassung) rund 80 Minuten.

Im Anschluss werden die beiden „Enkel“ Rainer Höß und Gerald Sander Gäste einer Gesprächsrunde bei Weinheims Pressesprecher Roland Kern sein und sich den Fragen der interessierten Besucher stellen. Die Veranstaltung kostet 7,50 Euro Eintritt (inklusive Begrüßungsgetränk), eine Anmeldung mit Kartenreservierung ist sinnvoll beim Kino „Modernes Theater“ unter Telefon 06201/62155 oder zentrale@kinoweinheim.de

Das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ ist Kooperationspartner der Veranstaltung.

Deutschlandpremiere des Films „Enkel“ von Rainer Höß am Sonntag, 9. Februar, um 12 Uhr im Modernen Theater, Hauptstraße 61, in Weinheim, Kartenreservierung unter Telefon 06201/6 21 55. wn