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Spvgg 06 Ketsch Trainer muss mit Michael Hinzmann und Christian Zeilfelder zwei wichtige Spieler ersetzen / Noch Verstärkung gesucht / Schnellstmöglich unten absetzen

Frank Eissler will vor allem variabel auftreten

Archivartikel

Frank Eissler, dem Trainer des Fußball-Landesligisten Spvgg 06 Ketsch, stehen angesichts des Wettrüstens der Konkurrenz die Sorgenfalten im Gesicht. Deshalb geht er mit gemischten Gefühlen in die neue Saison. „Wir müssen mit Michael Hinzmann und Christian Zeilfelder zwei wichtige Spieler ersetzen und ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, ob wir die Lücke auch tatsächlich wieder schließen können“, erklärt Eissler und erinnert an das vergangene Jahr, als bei ihm das Telefon nicht still stand und sich viele Spieler meldeten, um in Ketsch anzuheuern.

„Das war in diesem Jahr ganz anders. Und wenn man dann bei Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen hört, was sie von anderen Vereinen geboten bekommen, dann zuckt man regelrecht zusammen. Da können und wollen wir auch nicht mithalten“, erläutert der Coach sichtlich genervt und geht von einem schweren Jahr aus. Auch sieht der 50-jährige den frühen Rundenstart alles andere als optimal an, denn in dieser frühen Phase befänden sich viele Spieler noch in Urlaub.

Dem Saisonstart setzt der Verband noch die Krone auf, indem er gleich eine englische Woche einberaumt hat. „Das ist ärgerlich und verstehe, wer will. Zumal es bereits am 1. Dezember in die Winterpause geht. Ich hätte lieber noch eine Woche länger gespielt“, zeigt sich Eissler auch von dieser Maßnahme brüskiert.

Kader dünn besetzt

Der Kader der Ketscher besteht derzeit aus 24 Mann inklusive dreier Torhüter. Allerdings wird Innenverteidiger Stephan Jung, aufgrund seiner Kreuzbandverletzung, frühestens in der Rückrunde wieder einsatzfähig sein. „Unser Kader ist dünn besetzt, und natürlich schauen wir uns noch nach Spielern um. Aber das ist schwer zum jetzigen Zeitpunkt noch jemanden zu finden, der uns weiterhilft und auch in den finanziellen Rahmen passt“, hat der Ketscher Coach noch einen Innenverteidiger auf dem Wunschzettel.

Nach der Zielsetzung befragt, tut er sich schwer, eine Prognose zu wagen: „Priorität genießt, sich schnellstmöglich unten abzusetzen, denn neben den Absteigern kommen auch sehr gute Aufsteiger hinzu.“ Auf die Spielphilosophie angesprochen meint der Ketscher Übungsleiter: „Wir wollen vor allem variabel auftreten. Und da wir in der Innenverteidigung keine große Auswahl haben, kann es durchaus sein, dass wir es auch mal mit einer Dreierkette probieren werden. Das hängt aber auch immer vom jeweiligen Gegner ab“, will sich der 50-Jährige nicht zu sehr in die Karten schauen lassen.

Neue für die Defensive

Die Neuzugänge der Ketscher, sind zum Großteil für die Defensive vorgesehen: Dominik Ardelt, der vom Verbandsligaabsteiger SGK Heidelberg an den Altrhein gewechselt ist, hat in den Vorbereitungsspielen auf sich aufmerksam gemacht. Auch vom 28-jährigen Rückkehrer Kemir Öztürk erhoffen sich die Ketscher Verantwortlichen, dass er mit seiner Erfahrung im defensiven Mittelfeld punkten kann.

Das Auftaktprogramm der 06er hat es in sich: Zuerst muss beim starken Aufsteiger FC Badenia St.Ilgen angetreten werden, danach folgt das Heimspiel gegen TSV Kürnbach und mit der Auswärtsbegegnung beim 1. FC Mühlhausen steht gleich der erste Kracher auf dem Spielplan. Die beiden Absteiger Kirchheim und Schwetzingen, aber auch die üblichen Verdächtigen vom ASC Neuenheim, dem 1. FC Mühlhausen und dem FC Viktoria Bammental zählt Eissler zum Favoritenkreis.

Unser Tipp: Ketsch dürfte angesichts der zu erwarten Stärke der Liga in der Außenseiterrolle sein. Ziel muss sein, erst gar nicht in die Abstiegszone zu rutschen.