Seite 1 - MM

Weinheim Rotes Kreuz eröffnet in der Weststadt eine Kleiderstube / Abgabe kostenlos oder gegen freiwillige Spende

„Für Menschen, die rechnen müssen“

Archivartikel

„Eine tolle Bereicherung des sozialen Angebots in der Stadt.“ So bezeichnete die Weinheimer Stadträtin und OB-Stellvertreterin Elisabeth Kramer die neue Kleiderstunde, die der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Weinheim eröffnet hat – nur wenige Wochen nachdem es gelungen ist, einen passenden Laden in der Kurt-Schumacher-Straße anzumieten. Dreimal in der Woche bieten ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des DRK dort nun Kleidungsstücke für Menschen an, „die rechnen müssen“, wie es im Flyer der Kleiderstube heißt.

Soll heißen: Wer sich den Einkauf in einem kommerziellen Bekleidungsgeschäft nicht leisten kann, wird in der Kleiderstube fündig. Die Jacken, Hosen, Hemden, Mäntel und all die anderen „Second-Hand“-Artikel werden kostenlos, allenfalls gegen eine freiwillige Spende hergegeben. Es gibt Angebote für Frauen, Männer und Kinder. Die Stadtverwaltung Weinheim tritt als Kooperationspartner auf; seit der Schließung der Caritas-Kleiderkammer im Sommer vergangenen Jahres, war ein solches Angebot ein großer Wunsch aus Verwaltung, Gemeinderat und Stadtgesellschaft.

Ohne Nachweis der Bedürftigkeit

Das DRK, so Sonja Wawszczak, die sozialpädagogische Leiterin des DRK-Kreisverbandes, möchte dieses Angebot mit Empathie und ohne Schwellen bieten. „Wir werden keinen formalen Nachweis der Bedürftigkeit fordern“, erklärte sie. Vielmehr sollten sich alle Menschen, die wenig Geld haben, in der Stube willkommen fühlen. Die Menschen seien auch für ein Gespräch willkommen und einen netten Kontakt mit den Mitarbeiterinnen, die ehrenamtlich ihren Dienst leisten. „Es ist einfach schön hier und man spürt, man ist willkommen“, freute sich Elisabeth Kramer.

Zur Eröffnung blickten DRK-Kreisverbandspräsident Frank Berner, sein Stellvertreter Rudolf Large und Geschäftsführerin Christiane Springer – allesamt aus Weinheim – auf die Entstehung des Projektes zurück. Im Dezember 2019 unterschrieb Christiane Springer für das DRK den Mietvertrag und noch vor Weihnachten konnte sie Oberbürgermeister Manuel Just und Amtsleiter Claus Hofmann die neuen Räume präsentieren. Der OB betonte seinerzeit, die Kleiderstube sei ein wichtiges Angebot in einer sozial ausgerichteten Stadt. Sie trage wesentlich dazu bei, dass Menschen, die über kein oder nur ein geringes Einkommen verfügen, Solidarität erfahren. Somit ermögliche das DRK gesellschaftliche Teilhabe, die nicht vom Geldbeutel abhängt.

Zielgruppe sind Menschen ohne oder mit geringem Einkommen. Sie finden (Montag und Mittwoch von 15 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 13 Uhr) in der DRK-Kleiderstube gut erhaltene, modische und tragbare Kleidung, Schuhe, Hüte, Schals und andere Accessoires kostenlos oder gegen eine geringe Spende. Christiane Springer beschrieb: „Das Angebot der Kleiderstube baut voll und ganz auf Kleiderspenden und ehrenamtliches Engagement. Wie sehen es als Ergänzung zu unserem Tun im Second Hand Shop in Weinheim-City.“

Die Steuerung des Projektes liegt in den Händen von Sonja Wawszczak, der sozialpädagogischen Leiterin des DRK-Kreisverbandes. Vor Ort ist Andrea Kuhn Ansprechpartner für rund ein Dutzend ehrenamtlicher Frauen, die sich schnell gemeldet hatten. Wer Interesse hat, ehrenamtlich mitzuarbeiten, kann sich gerne an das DRK wenden, per Mail an info@drk-kleiderstube.de oder unter Telefon 0621/321 80. Kleiderspenden werden direkt im Laden zu den Öffnungszeiten entgegen genommen. whm