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Im Test Mazda verzichtet auch beim neuen CX-5 bei den Benzinern auf einen Turbo / Sehr gute Ausstattung und solide Verarbeitung

Gegen den Hersteller-Strom

Archivartikel

Leverkusen.Der Kollege nimmt auf dem Beifahrersitz Platz und stellt fest: „Ich würde mir ja nie einen SUV kaufen!“ Auf das erstaunte „Warum?“ kommt wie aus der Pistole geschossen: „Weil die zu groß sind und irre viel verbrauchen.“ So ist das mit den Vorurteilen. Die einen pflegen sie, die anderen setzen sich mit ihnen auseinander. So wie der Kollege, doch dazu später mehr. Ein Vertreter der SUV, der sowohl bei Familien als auch reiferen Herrschaften hoch im Kurs steht und dessen Zulassungszahlen stetig steigen, ist der neue Mazda CX-5.

Schon in den 1980er Jahren war es so, dass die japanischen Autohersteller etwas mehr an Serienausstattung in ihre Fahrzeuge packten, als die deutschen. Mazda lässt sich auch heute nicht lumpen, denn im neuen CX-5 spannt sich in der Sports-Line-Variante belüftetes Nappaleder über die Sitze, Echtholz-Einlagen zieren zusammen mit Chrom-Applikationen das Armaturenbrett und exklusive 19-Zoll-Felgen sorgen für die entsprechende Außenwirkung. Obendrauf gibt es Navi, Klimaautomatik und Einparkhilfe.

Das Interieur wirkt hochsolide, ein Klappern oder Knarzen ist dem Mazda fremd. Alle wichtigen Instrumente und Bedienelemente sind so arrangiert, dass sie leicht abgelesen werden können. Neu ist das Farbdisplay. Es zeigt Informationen zum Fahrzeugstatus.

Mazda schwimmt gegen den Hersteller-Strom, wenn es darum geht, Benzinern einen Turbo zu verpassen. Das Ziel der anderen: mit weniger Hubraum den Flottenverbrauch zu reduzieren. Nun gibt es schon seit Jahrzehnten das Sprichwort: „Turbo läuft, Turbo säuft.“ Daran hat sich prinzipiell nichts geändert. Streicheln Fahrer das Gaspedal bei den Turbos, halten diese sich im Konsum zurück. Sobald der Turbo aber pfeift, ist es mit der Zurückhaltung vorbei. Damals wie heute.

Mit Front- oder Allradantrieb

Prinzipiell soll mit dem sogenannten Downsizing (engl.: Verkleinern) der CO2-Austoß reduziert werden. Das ist löblich, allerdings nicht ganz ehrlich, denn im Alltag wird das beim Turbo fast nur auf dem Papier Realität. Der Sauger im Mazda CX-5 ist da ehrlicher. Er genehmigt sich acht Liter Super im Test, wird aber auch nicht maßlos, wenn es mal flotter zur Sache geht. Dabei spricht der 2,5-Liter-Vierzylinder spontan an, kommt allerdings nicht besonders kultiviert daher. Gut ergänzt er sich mit der serienmäßigen Sechsstufen-Automatik, die ruckfrei und flüssig agiert.

Wer es darauf anlegt, braucht sich nicht davor zu scheuen, mit dem Familien-SUV auch einmal eine Kurve ambitionierter zu nehmen. Das komfortabel-straffe Fahrwerk macht gutmütig so manchen Spaß mit, ohne dann auf der Autobahn den Rücken zu malträtieren. Somit ist der CX-5 gut für die Urlaubsreise gerüstet, denn sein 500-Liter-Kofferfach und die angenehme Kopf- und Beinfreiheit ergänzen sich für die Passagiere trefflich.

Neben der Allradversion ist der Top-Benziner auch in Verbindung mit Frontantrieb verfügbar, jeweils zwei Diesel und Benziner bieten die Antriebsalternativen. Und der Kollege? Er hat nach der Fahrt seine Vorurteile über Bord geschmissen.

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