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Kapitalmarkt Notare sollen Verdachtsfälle melden

Geldwäsche mit Immobilien

Köln.Die Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes beklagt eine „extreme Anfälligkeit“ des Immobilienmarktes für dubiose Geschäfte – und große Probleme, Kriminellen hier auf die Schliche zu kommen. Wie die beim Zoll angesiedelte Financial Intelligence Unit (FIU) am Dienstag in Köln mitteilte, betrafen von 77 252 Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung im vergangenen Jahr nur rund 3800 Fälle den Immobiliensektor. „Das ist ganz klar zu wenig“, sagte FIU-Chef Christof Schulte bei der Vorstellung des Jahresberichts. Er forderte Makler und Notare auf, Verdachtsfälle verstärkt zu melden.

Nach Schätzungen der Organisation Transparency International werden 15 bis 30 Prozent aller Gelder aus kriminellen Aktivitäten inzwischen in Immobilien investiert. In Berlin und Brandenburg etwa wurden zuletzt 77 Immobilien im Wert von rund neun Millionen Euro beschlagnahmt, die mutmaßlich mit kriminell erworbenem Geld gekauft worden waren. dpa