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Weinheim Erste Naturschutzmaßnahmen des ILEK-Entwicklungsplans werden mit dem Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar (LEV) umgesetzt

Gewann Ohrenberg erwacht aus Dornröschenschlaf

Archivartikel

Am Sulzbacher Bergstraßenhang gibt es kaum eine Ecke, die versteckter liegt als das Gewann Ohrenberg in direkter Nachbarschaft zu den Nächstenbacher Wiesen. Früher wuchsen hier Obstbäume und vor allem Wein, doch das ist Geschichte. Seit den 1960er-Jahren ging die Bewirtschaftung immer weiter zurück, sodass aktuell nur noch wenige Grundstücke gepflegt werden. Da Naturschutz an der Bergstraße in erster Linie den Erhalt und die Pflege magerer Wiesen und Trockenbiotope im Fokus hat, ist eine solche Entwicklung unerwünscht, schreibt der Verein „Blühende Bergstraße“.

Schnell war klar, dass der Ohrenberg ein besonders wichtiges Glied in der Perlenkette der Biotope entlang der Bergstraße ist. Das belegt auch der brandneue ILEK-Entwicklungsplan, der auf diesen Flächen Handlungsbedarf mit höchster Priorität sieht. Nachdem der Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar (LEV) signalisierte, dass er die Pflege übernehmen könne, wurden im Herbst 2018 die Grundstückseigentümer befragt, ob sie mit der Landschaftspflege auf ihren Grundstücken einverstanden wären. Die Resonanz war überwältigend positiv, denn bis auf ganz wenige fanden alle Eigentümer den Gedanken, am Ohrenberg etwas für den Naturschutz zu tun, sehr gut. So konnte bereits im Oktober mit dem Zurückdrängen der Verbuschung und dem Roden nicht standortgerechter Gehölze begonnen werden.

Hier sollen in Zukunft reich strukturierte, magere Wiesen entstehen, die durch Obstbäume, Strauchgruppen, Feldgehölze und Felsblöcke gegliedert werden. Heute sind in der Zusammenarbeit mit dem LEV bereits rund 30 000 Quadratmeter Fläche zur Pflege vorgesehen, wovon gut die Hälfte bereits umgesetzt ist.

Ziel des Entwicklungsplans ist es auch, eine Verbindung zu den Nächstenbacher Wiesen zu schaffen, um so besonders seltenen und geschützten Tieren und Pflanzen die Ausbreitung zu erleichtern.

Somit wird das Ergebnis nicht nur ein großer Gewinn für die Natur, sondern auch ein Landschaftserlebnis besonderer Art sein. Hier wird exemplarisch umgesetzt, wie das Projekt „Blühende Bergstraße“ (vormals ILEK-Blühende Badische Bergstraße) die Landschaft besonders im Norden des Gebiets aufwerten möchte, heißt es abschließend in einem Pressebericht. wn