Seite 1 - MM

Weinheim Linke melden sich zur Verkehrssituation zu Wort

Gras statt gelber Streifen

Archivartikel

Seit Wochen ist die Verkehrslage an der OEG-Haltestelle Hauptbahnhof Diskussionsthema in der Stadt. Nun meldet sich die Fraktion der Linken im Weinheimer Gemeinderat zu Wort, denn: „Immer wieder fahren Autofahrer über das asphaltierte Gleisbett, anstatt den korrekten Weg auf der B 3 zu nehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die RNV habe zwar versucht, die Autofahrerinnen und Autofahrer mit zahlreichen gelben Linien auf den richtigen Weg zu führen, doch die Linke hält das für vergeblich. Ihr Fraktionsvorsitzender Dr. Carsten Labudda vertritt die Auffassung, dass der Haltestellenbereich als Abkürzung missbraucht wird: „Am Anfang waren Autofahrer oft irritiert, wie an der Stelle richtig abgebogen werden soll. Die Zeiten sind vorbei. Inzwischen wird eher versucht, die Ampel an der Einfahrt zur Luisenstraße zu umgehen.“

Er glaubt, auch mit einer deutlicheren Fahrbahnmarkierung würde das Problem nicht beseitigt: „Das Durchfahren der Haltestelle bleibt auch dann für manche Fahrer zu verlockend.“ Die Linke schlägt deshalb vor, die Gleise im Haltestellenbereich – mindestens nördlich vom Radwegeübergang bis zur B 38 – zu begrünen, so wie es in der Mannheimer Straße geschehen ist. Dies habe einen psychologischen Effekt: „Ein Grasstreifen wird automatisch als nicht zu befahrende Strecke erkannt und akzeptiert, im Gegensatz zu einer gut asphaltierten Strecke“, so Labudda.

Sein Stadtratskollege Matthias Hördt sieht in der Begrünung weitere Vorteile. Der Boden im Haltestellenbereich sei komplett versiegelt. Gerade in der warmen Jahreszeit heize er sich besonders stark auf. Wenn es im gesamten Haltestellenbereich schon keinen Sonnenschutz für die Wartenden gebe, sorge ein Grasteppich im Sommer wenigstens für ein Minimum an Ausgleich. Zudem sehe es einfach besser aus.

Die damit unweigerlich einhergehenden Kosten halten die Linken für angemessen, weil andere Maßnahmen über die Zeit auch nicht günstiger seien. Dass dann doch noch einmal für kurze Zeit an dieser Stelle eine Baustelle bestehe, sei ebenfalls akzeptabel, teilt die Fraktion der Linken abschließend mit. wn