Seite 1 - MM

Im Test Volvo rüstet mit dem Einstiegsmotor B4 nun die gesamte Antriebspalette des XC60 mit einem Mild-Hybrid-System aus

Großer Schritt zum autonomen Fahren

Archivartikel

Mannheim.Das eigene Auto Fahranfängern zu überlassen, verursacht möglicherweise Bauchgrimmen. Wer am Ende großzügig sein will und dem Dackelblick des Kindes nachgibt, der kann nun die Kontrolle programmieren – über den Schlüssel. Volvo nennt ihn „Care Key“. So lässt sich eine individuelle Höchstgeschwindigkeit einstellen – ein Spaß für die Eltern, die aber inzwischen in einem Volvo selbst nur noch maximal 180 km/h fahren können.

Der schwedische Hersteller, der schon seit Jahrzehnten als einer der Vorreiter in Sachen Sicherheit gilt, will damit auf die Gefahren zu schnellen Fahrens aufmerksam machen. Dabei würde der neue, 197 PS starke XC60 B4 locker die 200er-Marke überschreiten. Der SUV ist mit einem Mild-Hybrid-System ausgerüstet. Eine 48-Volt-Batterie wird durch Bremsenergie geladen und unterstützt den Selbstzünder beim Starten oder Anfahren, um den Kraftstoffverbrauch zu senken – rein elektrisch fährt der Schwede aber nicht.

Der Zweiliter-Diesel ist ein eher rauer Geselle und akustisch durchaus präsent. Ihn plagt eine leichte Anfahrschwäche, die auch die E-Unterstützung nicht wettmacht. Dafür hält er sich trotz vieler Kurzstrecken-Fahrten beim Verbrauch zurück: Im Test waren es knapp sieben Liter. Seine Stärken spielt der Volvo im mittleren Reisetempo aus. 420 Newtonmeter spülen ihn schön voran, immer im optimalen Drehzahlbereich, immer in der richtigen Fahrstufe, die das Achtgang-Automatikgetriebe souverän wählt.

Luftig und aufgeräumt

Der XC60 setzt auf Komfort, vor allem die optionale Luftfederung (2222 Euro) assistiert ihm hier trefflich. Sie bügelt Bodenwellen gekonnt glatt und hält so die Folgen schlechter Straßen von den Passagieren fern. Diese fühlen sich im kühlen und gradlinigen Ambiente wohl. Der Inneraum wirkt luftig und aufgeräumt, der hochformatige Touchscreen ersetzt viele Knöpfe und Tasten – bedarf aber einer gewissen Gewöhnungszeit. Die serienmäßigen Komfortsitze mit elektrischer Höhen- und Neigungseinstellung vorn bieten ausgezeichneten Sitzkomfort – sie sind langstreckentauglich. Schwenkt die elektrisch angetriebene Heckklappe nach oben, warten fast 500 Liter theoretischen Volumens für das Familien-Gepäck. In der Praxis heißt das, dass der Volvo ordentlich wegschluckt.

Das Auto von heute ist sehr darauf bedacht, Schaden von seinen Passagieren fernzuhalten. Mit der „City Safety“ erkennt der Volvo nicht nur andere Fahrzeuge, Fußgänger, Fahrradfahrer und Wildtiere, sondern assistiert mit einer Lenkunterstützung sogar bei Ausweichmanövern. Der neue Kurvenassistent ergänzt die Fahrfunktionen des optionalen „Pilot Assist Systems“ und der adaptiven Geschwindigkeitsregelung. Die Folge: Das System senkt das Tempo vor scharfen Kurven, wenn die eingestellte Geschwindigkeit als zu hoch eingestuft wird. Hier geht es in großen Schritten zum autonomen Fahren. Das Gesamtpaket ist anspruchsvoll, was sich auch im Kaufpreis niederschlägt. Der Testwagen in der sportlichen und umfangreichen R-Design-Ausstattung kostet fast 55 000 Euro, die Basis beginnt ab rund 45 000 Euro.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto