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Sachbuch Michael Plauens „Macht und Intelligenz“

Gründe für Demokratien in der Krise

Archivartikel

Die derzeitige Krise vieler Demokratien treibt auch viele Wissenschaftler um. In seinem aktuellen Buch „Macht und Intelligenz“ fragt Michael Plauen, Philosophieprofessor an der Humboldt-Universität in Berlin, „warum moderne Gesellschaften zu scheitern drohen“.

Zunächst spannt er in seiner Analyse einen weiten historischen Bogen bis in die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Druck von außen, so seine These, stärke den inneren Zusammenhalt einer Gesellschaft. Auch dies erkläre die Stabilität der Demokratien während des Kalten Krieges. Nach dessen Ende habe dieser Druck nachgelassen und – neben der Individualisierung – zur Zersplitterung der Gesellschaft geführt.

Soziale Frage als Beschleuniger

Die zunehmende soziale Ungleichheit habe die negative Dynamik noch beschleunigt und den Rechtspopulisten Aufwind gegeben, argumentiert Plauen. Unweigerlich stellt sich die Frage: Warum wählen sozial Benachteiligte nicht links, sondern ausgerechnet reiche Männer wie Trump beziehungsweise Parteien, deren Politik sie noch weiter benachteiligt? Plauen legt hier eine sehr treffende, aber auch erschreckende Analyse zur „Psychologie des Rechtspopulismus“ vor. dpa