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Viernheim Bastian Kempf ist neuer Erster Stadtrat / Kommunikation mit Bürgern soll eine wichtige Rolle spielen

„Ich empfinde Demut vor dem Amt“

Archivartikel

„Ich habe mir vorgenommen, in der Verwaltung viele Fragen zu stellen, um mehr darüber zu lernen“, erklärt Bastian Kempf. Am Donnerstag, 1. August, hat der 38-Jährige das Amt des Ersten Stadtrats angetreten, vor dem er, wie er im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“ erklärt, eine gewisse „Demut“ empfindet. Er freue sich aber auch auf die Herausforderung und habe „einen spannenden ersten Tag“, so Kempf.

Auf der neuen Position ist der ehemalige Marketingleiter des Kinopolis unter anderem für das Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung, für das Bauverwaltungs- und Liegenschaftsamt, für das Ordnungsamt sowie für den Stadtbetrieb zuständig.

„Die Arbeit in der Verwaltung ist schon eine Umstellung für mich“, gesteht Kempf. Für seine Amtszeit habe er viele neue Ideen, die oft noch aus seiner Zeit als Stadtverordneter für die CDU stammten. „Ich muss aber erst mit den Fachleuten sprechen und sehen, ob die Verwaltung diese Ideen auch umsetzen kann. Dadurch möchte ich vermeiden, etwas zu versprechen, das ich später nicht halten kann.“

Deswegen will Kempf seine Ideen noch nicht der Öffentlichkeit präsentieren. Er versichert jedoch: „Die Liste der Themen ist lang. Sie reicht von Mülleimern bis hin zu den Friedhöfen.“

Konkret wird Kempf während des Gesprächs mit dieser Zeitung nur in wenigen Punkten. So möchte er etwa erreichen, dass die Stadtpolizei mehr Präsenz zeigt und zum Beispiel durch zusätzliche Streifengänge zu einem noch besseren Ansprechpartner für die Bürger wird. Natürlich müsse er sich auch mit Projekten befassen, die schon seit längerem laufen, so Kempf. Dazu gehöre etwa die Entwicklung der Baugebiete Bannholzgraben II und Nordweststadt II. Beim letztgenannten Gebiet will der Erste Stadtrat sich zum Beispiel dafür einsetzen, dass die Masten der geplanten Stromtrasse für das Projekt Ultranet so gebaut werden, dass möglichst viel Wohnbaufläche entstehen kann.

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Sanierung des Rathauses, so Kempf. „Hier wurde schon zu lange gezögert.“ Wann die Bauarbeiten beginnen könnten, stehe aber noch nicht fest und hänge vor allem von der Finanzierung ab. Die meisten städtischen Gebäude sind laut Kempf in einem guten Zustand. Sanierungsbedarf bestehe jedoch bei zahlreichen Straßen.

Verkehr spielt große Rolle

Überhaupt würden Verkehr und Infrastruktur während seiner Amtszeit eine große Rolle spielen: „Ich werde mich verstärkt mit der Mobilität der Zukunft befassen müssen, etwa mit der Frage, wo Ladesäulen für Elektrofahrzeuge aufgestellt werden.“ Als nächste konkrete Aufgabe stehe jetzt aber erst einmal die Planung für den kommenden Haushalt an.

Unabhängig von den inhaltlichen Fragen ist Kempf Kommunikation besonders wichtig, „sei es mit Bürgern oder mit Kommunalpolitikern.“ Daher möchte er mindestens einmal im Monat eine Bürgersprechstunde abhalten. „Es ist wichtig, die Leute zu hören, bevor ein Projekt umgesetzt wird.“