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Krimi Fuminori Nakamura legt den Erstling „Der Revolver“ vor

Im Besitz einer Waffe

Archivartikel

Es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie hat faszinierende Kurven, fühlt sich gut an. „Noch nie habe ich etwas so Schönes gesehen.“ Student Nishikawa muss sie einfach haben. Sein Blick fällt zufällig auf sie, am Boden liegend. An einem Flussufer in Tokio, neben einem Leichnam. Statt Alarm zu schlagen angesichts des Toten, nimmt er die Schusswaffe heimlich in seinen Besitz – aber schon bald wird es umgekehrt sein: Die Waffe nimmt Besitz von ihm. Packend erzählt von Fuminori Nakamura im Roman „Der Revolver“.

Er ist ein zurückhaltender Typ, lässt sich treiben, wirkt durchschnittlich, unauffällig, ambitionslos. Die Waffe beschert ihm erstaunliche Glücksgefühle, ihr Besitz und das Geheimnis darum machen sein Dasein abwechslungsreicher. Mit Kumpel Keisuke zieht er los, reißt Frauen auf, hat Affären. Dann, ein Schock für den Studenten: Die Polizei findet die Leiche, geht von Mord aus. Die Yakuza – japanische Mafia – hatte wohl ihre Hände im Spiel. Die Tatwaffe wird gesucht.

Nakamura schildert eindringlich und am Ende beklemmend, wie sich Persönlichkeit und Psyche des Studenten wandeln. Wie das Leben des jungen Mannes fatal aus den Fugen gerät, weil er dem Revolver verfällt, von ihm besessen ist.

Überraschende Wende

Der zunehmend wirre Student erschießt eines Tages eine Katze. Ein Kriminalbeamter klopft kurz danach an, verdächtigt ihn, warnt ihn. Das Drama nimmt seinen Lauf, ein Mordplan wird geschmiedet. Und schließlich kommt es zu einer überraschenden Wende, die man erst einmal verarbeiten muss. Nakamuras Debütroman erschien in Japan schon 2003. Inzwischen hat er gut ein Dutzend weitere Romane veröffentlicht und viele Auszeichnungen erhalten. Sein Erstlingswerk endet mit einem Knalleffekt. dpa