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Im Test BMW bringt mit dem Z4 auch in der dritten Generation einen richtigen Sportwagen auf die Straße

Kantiger Kurvenjäger

Archivartikel

München.Da steht sie, die dritte Generation: gedrungen, mit breiten Nieren, Sicken, die gerade Linien unterbrechen, und ein kantiges, kraftstrotzendes Heck. Der neue BMW Z4 zeigt gleich, dass er zu der Liga der Sportwagen gehören will. Nach einem Ausflug zum kofferraumraubenden Alu-Falt-Dach gibt es ihn wieder mit Stoffverdeck – und als Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller Toyota.

Der Autor hatte das Glück, beide Vorgänger besitzen zu dürfen. Alle zwei hatten den wunderbar sämigen Reihensechzylinder unter der Haube, einmal mit 231 PS, einmal mit 258 PS. Umso so größer ist die Freude, dass der Testwagen als sDrive30i geliefert wird: mit 258 PS. Doch aufgepasst, hier betreibt BMW ein falsches Spiel. Wer meint, dass die Ohren wieder von den betörenden Motorengeräuschen eines Dreiliters mit sechs Töpfen umschmeichelt werden, muss sich nun damit abfinden, dass ein Zweiliter-Vierzylinder die Fuhre antreibt.

Downsizing, englisch für Verkleinerung oder Gesundschrumpfung, heißt das Motto. Und deshalb werden kurzerhand hubraumstarke Sauger-Motoren durch kleinere Aggregate mit Turbo-Lader ersetzt. Das Ziel: Spritsparen. So weit so gut. Mit entsprechenden Erwartungen wandert der Zeigefinger zum Startknopf. Auch mit der Erwartung, den stimmungsvollen Klang eines Föhns präsentiert zu bekommen. Hier gibt es erstmal eine Überraschung. Der Zweiliter klingt gut. Zwar austauschbar, aber durchaus nach Kraft, ohne den Poser zu spielen.

Um in allen Lebensbereichen überaus flott unterwegs zu sein, bedarf es keinen Sechszylinder. Das wird nach wenigen Kilometern klar. Der Turbo hält den Z4 schön bei Laune, vor allem beim Zwischenbeschleunigen harmoniert der Zweiliter hervorragend mit der Achtgang-Automatik. Immer druckvoll, immer in der passenden Fahrstufe.

Zusammenarbeit mit Toyota

Der BMW präsentiert sich sportlich-satt auf der Straße, untermauert wird das Gefühl durch das Sportfahrwerk, das das „Modell M Sport“ inklusive hat. Das heißt: Der Z4 fegt im Zweifel wieselflink durch die Kurven und lässt zu keinen Zeitpunkt Schwächen oder Unsicherheiten in der Abstimmung erkennen. Beim Beschleunigen aus der Kehre schiebt er leicht übers Heck – wunderbar, wie es sein soll. Auf der Autobahn gibt das Fahrwerk allerdings Querfugen eins zu eins ans Gesäß weiter. So viel Leiden muss eben sein.

Dass der neue BMW durchaus als Roadster-Präsentation des Jahres gefeiert werden kann, zeigt die Aufmerksamkeit, die er erregt. Ein richtiger BMW eben, doch halt: So ganz stimmt es nicht. Der Z4 wurde gemeinsam mit Toyota entwickelt, die ihren Traditionssportwagen Supra – als Coupé – wieder aufleben lassen. Geplant ist aber nur, den 340 PS starken Sechszylinder in ihn einzubauen. Wobei wir wieder beim Thema sind. Liebe Motoren-Entwickler bei BMW: Der Z4 sDrive30i des Autors, in weiß mit Sauger-Sechszylinder und 258 PS, hat sich 2009 im Schnitt zehn Liter Super genehmigt. Nun, beim Test-Vierzylinder, waren es 10,8 Liter. Wofür gibt es dann das aufwendige Downsizing?

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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