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Keine Ruhe im Stadtteil Neu-Kölln

Archivartikel

„4 Blocks“: Die beste deutsche Gangster-Serie um den Hamady-Clan geht in die dritte und letzte Staffel

Grimme-Preis, Deutscher Fernsehpreis, Goldene Kamera – kaum eine deutsche Serie war zuletzt erfolgreicher als „4 Blocks“. Die furios inszenierte Geschichte rund um den Familienclan von Toni Hamady (Kida Khodr Ramadan) gilt als eine der meistgesehenen Serien im deutschsprachigen Streaming-Bereich und wurde gleichermaßen von Zuschauern wie Kritikern gelobt – auch wenn das Format im linearen TV weniger Publikum zu locken vermochte. Nun startet auf TNT Serie /Sky die dritte und finale Staffel der besten deutschen Gangster-Serie.

Ab 13. Dezember als Blu-ray

Ein Epos, das dem Format „Mafia-Thriller“ auch hierzulande endlich zu Geltung verhalf und von manchen gar als deutsches „Sopranos“ bezeichnet wurde. Seit 7. November gibt es die sechs neuen Episoden immer donnerstags, ab 21 Uhr, zu sehen. Die beiden starken ersten Staffeln gibt es auf DVD und Blu-ray mit zunehmend ausführlicherem (Interview-)Bonusmaterial, die dritte folgt am 13. Dezember.

Ob Drogenhandel, Geldwäsche, Prostitution, Schutzgelderpressung, Auftragsmorde oder Revierkämpfe – die deutsch-libanesische Familie wusste seit 2017 genau, was das Mafia-Herz begehrt. Auch nach dem gewaltvollen Cliffhanger-Ende der zweiten Staffel kehrt im Berliner Clanmilieu keine Ruhe ein.

Neue Gegenspieler erschweren Toni die Geschäfte, und obendrein wenden sich einstige Verbündete gegen das Familienoberhaupt, das sich ursprünglich doch nur nach einem ruhigen, bürgerlichen Leben mit vier eigenen Blocks sehnte. Neben alten Bekannten gibt es im dritten Durchgang des Gangster-Epos unter Regie von Özgür Yildirim auch neue Gesichter zu sehen: Erstmals mit dabei sind beispielsweise Lisa Marie Janke oder Jan Henrik Stahlberg.

Selbst der unerschütterliche Zusammenhalt der Hamadys droht weiter zu bröckeln. Vor allem weitet sich der Konflikt zwischen Toni und seinem Bruder Abbas (gespielt von Rapper Veysel) aus. Währenddessen darf der Zuschauer ein letztes Mal in die ambivalente Unterwelt Neuköllns eintauchen – jenen berüchtigten Bezirk Berlins also, der seit langem als Inbegriff von Armut, Kriminalität und fehlgeschlagener Integration herhalten muss. Kaum ein anderer Stadtteil in Deutschland besitzt einen derartigen Ruf als arabische Hochburg und Problembezirk; zugleich avancierte Neukölln zum Hipster-Hotspot der Republik.

Diese Widersprüchlichkeiten spiegelten sich dank des in bester Action-Drama-Manier inszenierten Drehbuchs in „4 Blocks“ wider. Wie schon in den ersten beiden Staffeln basieren auch die neuen Folgen auf einem Konzept des Autoren-Trios Hanno Hackfort, Frédéric Hambalek und Niko Schulz-Dornburg, die zwar nicht ganz ohne Klischees auskommen, dafür aber eine ausgewogene Mixtur aus fiktionalen Mafiafilm-Referenzen und Anspielungen auf die Clan-Realität erschaffen.

Auch für Hauptdarsteller Kida Khodr Ramadan war die Serie eine Tour-de-force: „Ich liebe die Rolle Toni Hamady, aber ich hasse sie auch“, offenbart er in der Hintergrund-Doku „Inside 4 Blocks“, die TNT Serie nach der letzen Episode am 12. Dezember, 21.45 Uhr, ausstrahlt. tsch/jpk