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Dossenheim Verein Hilfe zur Selbsthilfe feiert Vierzigstes

Kinder lieben „Onkel Merkel“

Archivartikel

Es gab aus gesundheitlichen Gründen doch einige Absagen. Auch ihre königliche Hoheit Markgraf Max von Baden musste deshalb passen. Doch dafür gab sich beispielsweise Céphas Bansah die Ehre: Der in Ludwigshafen lebende König einer großen Volksgruppe in Ghana erschien in traditioneller Tracht zum Festakt des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe (HzS) in der evangelischen Kirche. Und der aus Nordost-Indien stammende Bischof George Palliparampil legte auf dem Weg von einer Konferenz in San Francisco nach Hause sogar eigens eine Zwischenlandung ein.

„Dossenheim liegt doch auf dem Weg“, sagte Palliparampil, der später den „großartigen Einsatz“ von HzS in seinem Heimatland hervorhob. „Dass wir nach 40 aufregenden und bewegenden Jahren weltweit so gefragt sind und unser Verein Dossenheim weltweit bekannt gemacht hat“, erfüllte Helmut Merkel sichtlich mit Freude. Der 82-jährige Dossenheimer, seit 1979 ununterbrochen HzS-Vorsitzender (wir berichteten ausführlich), stand klar im Mittelpunkt.

Zu Recht, wie Projektmanagerin Ines Schäfer von der international tätigen Jugendhilfe-Organisation Don Bosco Mondo aus Bonn fand: „Wir schätzen es, wie bei diesem Verein zugepackt wird und die Aktiven ihr Herz vor Ort bei den Menschen haben.“ Wie das in Indien und Afrika ankommt, zeigten ebenso fröhliche wie rührende Videobotschaften von Kindern und Helfern aus Schulen, Wohnheimen und Krankenstationen zum 40. HzS-Geburtstag.

„Wir lieben Dich, Onkel Merkel“, riefen HzS-Schützlinge auf Englisch im Chor aus vielen tausend Kilometer Entfernung. Merkel nannte aber auch Gründungsmitglieder und würdigte aktuelle Mitstreiter. Stellvertretend für alle sah sich Dossenheims Altbürgermeister Peter Denger angesichts von 30 Millionen Euro an Spendengeldern seit 1979 „mit Zufriedenheit, Stolz und Freude erfüllt“. Höhepunkt: die ebenso kluge wie anregende Festrede von Paul Kirchhoff aus Heidelberg. Seinen Ausführungen zur „Bildung der Jugend als Auftrag für eine weltoffene Gesellschaft“ schickte der frühere Verfassungsrichter voraus: „Ich bewundere Ihren Erfolg und staune über die Intensität, mit der Sie beharrlich und nachhaltig Zeit und Geld für diese Aufgabe einsetzen.“ Merkel sei ein Menschenfreund. Die Idee und die Ideale des Helfens, eine Kultur der Anerkennung, müsse auch in unserer Gesellschaft wieder sichtbar werden. Kirchhoffs Fazit: „Hilfe für die Dritte Welt ist auch rückwirkend Hilfe für uns in Deutschland.“

„Machen Sie bitte weiter“, sagte die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth per Videogruß. Die „wertvolle Arbeit“ lobte Altbürgermeister Hans Lorenz. Er betonte, dass HzS auch in Dossenheim Gutes bewirkt habe, indem das „Bewusstsein für Handlungsbedarf gestärkt“ wurde. Den kraftvollen Schwung, der hinter diesem großen Engagement steckt, drückte das Jugendorchester der Pfarrmusik Dossenheim mitreißend in Melodie und Rhythmus aus.