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Krimi

Klima der Angst in „Roter Rabe“

Archivartikel

Im Spätsommer 1951 ist der Kalte Krieg bereits in vollem Gange und die deutsche Teilung perfekt. Vor diesem Hintergrund zeichnet Frank Goldammer in seinem historischen Kriminalroman „Roter Rabe“ ein beklemmendes Bild der jungen DDR, in der sich Diktatur und Überwachungsstaat bereits ankündigen. Der Dresdner Oberkommissar Max Heller wird mit dem Tod zweier der Spionage verdächtiger Männer konfrontiert, die in der Haft ums Leben gekommen sind. Als Zeugen und weitere Verdächtige ermordet werden, erhärtet sich Hellers Verdacht, dass Unheimliches in der Stadt vor sich geht. Goldammer gelingt ein hervorragendes Porträt des neuen ostdeutschen Staates, in dem bereits ein Klima der Angst herrscht. Stasi und sowjetischer Geheimdienst sind allgegenwärtig, jeder ist verdächtig, ein Agent der Amerikaner zu sein. Daneben fällt die eigentliche Krimihandlung etwas ab, was den positiven Gesamteindruck kaum schmälert. (dtv, 384 S., 15,90 Euro). dpa