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Synagogenverein Programm der ersten Jahreshälfte

Konzert, Vorträge und Liederabend

Auerbach.Der Auerbacher Synagogenverein bietet in der ersten Jahreshälfte eine Reihe von musikalischen Veranstaltungen im Wechsel mit Vorträgen an, die – bis auf das Konzert zu Beginn – in der ehemaligen Auerbacher Synagoge, Bachgasse 28, stattfinden. Für den 13. März werden zunächst die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingeladen, diesmal verbunden mit der Vorstandswahl.

Es folgt am Sonntag, 24. März, um 17 Uhr ein Konzert in der Evangelischen Michaelskirche: Unter dem Motto „Synagoge trifft Kirche“ musizieren zwei renommierte Solisten: Semjon Kalinowsky, Viola, aus Lübeck und Paul Kayser, Orgel, aus Luxemburg, dazu der Oratorienchor Bergstraße unter Leitung von Kantor Konja Voll. Gespielt werden Kompositionen aus dem synagogalen und kirchlichen Umfeld, unter anderem von Louis Lewandowski, Max Bruch und Josef Gabriel Rheinberger. Der Chor singt Vertonungen von Psalmen. Das Konzert wurde geplant in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Michaelsgemeinde.

Vergessene Künstler der NS-Zeit

Die Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger gestaltet am Mittwoch, 28. März, um 19.30 Uhr einen Abend unter dem Thema „Vergessene Künstler der NS-Zeit“. In ihrem Vortrag geht Veronika Drop der Frage nach, was mit den jungen Künstlern, Lyrikern wie Malern, geschah, die Arbeits- und Ausstellungsverbot hatten und deren Werke als entartet verunglimpft wurden. Musikalisch begleitet wird der Vortrag durch Bernardette Pack – Gesang, Organetto und Shruti-Box – sowie durch Alexander Peschko (Akkordeon). Die Veranstaltung ist der traditionellen Erinnerung an die Erschießung von Häftlingen durch die Gestapo am Kirchberg im März 1945 gewidmet.

Am Mittwoch, 10. April, um 19.30 Uhr spricht Elias S. Jungheim, Heidelberg, über „Erich Fromms Judentum bis zum Jahre 1926“. Erich Fromm, Psychoanalytiker und Philosoph, wurde 1900 in Frankfurt geboren und lehrte zunächst in seiner Heimatstadt, seit 1934 im Exil in den USA an verschiedenen Universitäten. Er starb dort im Jahr 1963. Der Referent befasst sich mit einem speziellen Aspekt der Sozialisierung des jungen Fromm, dem „bisweilen von der Wissenschaft vernachlässigten jüdischen Hintergrund“. Fromm stammte aus einer jüdisch-orthodoxen Familie, das heißt er war geprägt von der strengen Einhaltung aller religiösen Gesetze, ganz anders als die meisten seiner assimilierten jüdischen Zeitgenossen.

Exil – Migration – Heimatverlust

Am Mittwoch, 15. Mai, 19.30 Uhr, kommt Yuval Lapide, Weinheim zu einem Vortrag: „Exil – Migration – Heimatverlust aus biblischer Sicht“. Die Bibel berichtet dem Leser in ihren bunten Erzählungen eine Fülle über die Sicht Gottes zu Exil und Heimatverlust. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die zahlreichen Berichte über das erwählte Volk Gottes. Der promovierte jüdische Bibelexperte Yuval Lapide wird während eines kurzweiligen spannenden Vortrags die Botschaft der Bibel zu diesem aktuellen Thema anschaulich und authentisch präsentieren.

Als Abschluss vor der Sommerpause wird am Mittwoch, 12. Juni, 19.30 Uhr, zu einem Liederabend mit der Kantorin Abby Gilad, Balkhausen, eingeladen: Jüdische, israelische und hebräische Lieder, mit Gitarre begleitet. Abby Gilad ist sowohl in Kalifornien als auch in Jerusalem aufgewachsen. Sie hat in Los Angeles an einer jüdischen Schule unter anderem als Lehrerin hebräische Musik unterrichtet. Auch war sie in einigen Synagogen an den hohen Feiertagen als Kantorin verpflichtet.

Zu den kostenfreien Veranstaltungen sind alle Interessierten eingeladen, für Spenden ist der Verein dankbar. red