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Im Test Beim Ford Mondeo Hybrid kommt ein Brems-Trainer zum Einsatz / Gewonnene Energie wird in Batterie eingespeist

Leise und verbrauchsarm

Mannheim.„Danke, dass Sie Hybrid fahren“. Der neue Ford Mondeo ist höflich. Artig bedankt er sich dafür, dass der Fahrer einen Teilzeitstromer chauffiert. Denn dieser vereint die Vorteile eines konventionellen Verbrennungsmotors mit dem niedrigen Verbrauch und dem nahezu geräuschlosen Dahingleiten eines Elektrofahrzeugs, ohne Einschränkungen bei der Reichweite oder längere Wartezeiten an der Stromtankstelle in Kauf nehmen zu müssen. Dabei tut der Mondeo einiges, um die Fahrt im Elektro-Modus zu verlängern. Ein System analysiert die Fahrweise und hilft mittels eines Brems-Trainers die Rückgewinnung von Energie durch möglichst gleichmäßiges Bremsen zu optimieren. Da werden Punkte verteilt und Blätter „wachsen“ im Display.

Zusätzliche Antriebskraft

Die durch Bremsen gewonnene Energie wird in eine Lithium-Ionen-Batterie eingespeist. Sie steht dann als zusätzliche Antriebskraft beim Beschleunigen wieder zur Verfügung. Das Zusammenspiel zwischen dem 2,0 Liter großen Benzinaggregat sowie dem Elektromotor funktioniert reibungslos. Die Systemleistung addiert sich auf 187 PS. Das ermöglicht einen Spurt auf die 100-Kilometer-Marke in 9,2 Sekunden bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h.

Wie bei einem Hybrid-Modell üblich, ist die Fahrt beim vorausschauenden Dahingleiten nahezu geräuschlos und verbrauchsarm. Sobald jedoch der Fahrer in den sportlichen Modus wechselt und das Gaspedal beherzt durchdrückt, verliert der Hybride seine Zurückhaltung. Der Verbrennungsmotor übernimmt und wechselt in den hohen Drehzahlbereich mit der entsprechenden Geräuschentwicklung. Das ändert aber nichts daran, dass das Mittelklassemodell mit einem ausgeglichenen Fahrwerk ausgestattet ist, das angenehmen Komfort garantiert. Da werden Unebenheiten problemlos wegbügelt und auch zügige Kurvenfahrten bringen das Fahrzeug nicht aus der Bahn.

Eine Acht-Gang-Automatik ermöglicht dabei eine harmonische Kraftentfaltung. Den durchschnittlichen Verbrauch (WLTP) gibt das Werk mit 5,6 Litern pro 100 Kilometern an. Wir kamen bei unseren Testfahrten auf 6,3 Liter. Für einen Benziner mit 187 PS kein schlechter Wert. Auch optisch macht der Mondeo eine gute Figur. Die Front-Partie mit den betont schlanken Hauptscheinwerfern wurde aufgewertet. Die Form des Kühlergrills erhielt einen kraftvolleren Rahmen als beim Vorgänger. Neue Nebelschweinwerfer und LED-Tagfahrlichter kamen hinzu.

Der Innenraum punktet mit durchweg hochwertigen Materialien, die tadellos verarbeitet sind. Die Passagiere genießen reichlich Freiheiten. Sie müssen auch im Fond weder um ihre Knie noch um ihre Frisuren bangen. Einzig der Kofferraum der Limousine fällt mit einer Ladekapazität von 383 Litern relativ klein aus. Wegen der Energiespeicher, die in diesem Bereich untergebracht sind, entsteht eine Stufe, die das Beladen zudem erschwert.

Der Ford Mondeo Hybrid 2,0 l Titanium kostet 41 000 Euro. Die Kölner bieten auch den Mondeo Turnier (Kombi) als Hybrid-Modell an. Dafür verlangen sie einen Aufpreis von 1000 Euro.