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25. Heidelberger Literaturtage Das Festival findet von 15. bis 19. Mai im historischen Spiegelzelt auf dem Uniplatz statt / Karten gibt es in Buchhandlungen und online

Lesungen, Schreibworkshops und Live-Hörspiele

Archivartikel

Heidelberg.Von der klassischen Lesung über Schreibworkshops und Live-Hörspiele bis zu Rap: Die 25. Heidelberger Literaturtage versprechen ein dichtes Programm mit ganz unterschiedlichen Formaten. Namhafte Autoren wie Klaus Modick, Karen Duve und Margit Auer haben sich ebenfalls angesagt. Der Universitätsplatz wird – rund um das historische Zelt – wieder zum offenen Lesezimmer. Ein Drittel der 60 Veranstaltungen an den fünf Tagen richten sich an Kinder und Jugendliche.

„Es ist uns gelungen, Kontinuität zu erhalten“, sagte Kulturbürgermeister Joachim Gerner bei der Programm-Präsentation. Das sei „alles andere als eine Selbstverständlichkeit“ gewesen, nachdem sich die frühere Organisationsstruktur 2016 aufgelöst hatte. Das Kulturamt sprang als Veranstalter ein – und die Heidelberger Literaturtage trugen zwei Jahre lang das Attribut „im Aufbruch“ im Namenszug.

Immer wieder frischer Wind

Dieses Kapitel ist nun beendet. Eine 40-köpfige Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern des Kulturamtes, Autoren, Verlagsexperten und anderen Literaturfreunden hat ein neues Konzept erarbeitet. Neu ist auch ein künstlerischer Beirat, der sich alle zwei Jahre erneuern und so immer wieder frischen Wind ins historische Spiegelzelt wehen soll.

Auf ihr ehrwürdiges Markenzeichen sollen die Literaturtage trotz aller Neuerungen nicht verzichten – auch wenn die Sommerhitze das konzentrierte Zuhören in den vergangenen Jahren mitunter erschwerte. Doch das Flair im niederländischen „Danspalais“-Zelt ist unnachahmlich. Da der Termin für das Festival auf Mai vorverlegt wurde, werden diesmal auch moderatere Temperaturen im Zelt erwartet.

Draußen, mitten in der Altstadt, wird es wie im vergangenen Jahr bereits ein offenes „Lesezimmer“ geben: Polster und Stühle laden mit einer Bibliothek zum Schmökern ein, dazu gibt es eine kleinere Bühne für ergänzendes Programm. Autoren wie Jakob Arjouni, Monica Bleibtreu, Thea Dorn, John von Düffel, Péter Esterházy, Lars Gustafsson, Sten Nadolny, Jorge Semprún, Ilija Trojanow, Urs Widmer und Juli Zeh haben in den vergangenen 25 Jahren bereits ihre Romane und Erzählungen in Heidelberg vorgestellt.

Viele Veranstaltungen kostenfrei

Daran soll auch in diesem Jahr angeknüpft werden. Außerdem, verspricht Kulturamtsleiterin Andrea Edel, soll jeder von der Literatur profitieren: Im vergangenen Jahr gab es bereits Lesungen in Leichter Sprache, diesmal wird es unter anderem Gebärden-Poesie geben – mit einem Dolmetscher für alle normal Hörenden. Etwa ein Drittel der Veranstaltungen sind kostenfrei, ein weiteres Drittel richtet sich an Kinder und Jugendliche. Dazu zählt zum Beispiel „Viele Grüße, Deine Giraffe“ der Japanerin Megumi Iwasa: Der Illustrator der deutschen Ausgabe des 2018 mit dem Deutschen Jugendbuchpreises ausgezeichneten Briefromans, Jörg Mühle, liest vor.

130 000 Euro hat der Gemeinderat für das Festival bereitgestellt. Dazu gesellen sich Sponsoren. „Gerade befassen sich Juristen noch mit der künftigen Rechtsform“, erklärt Kulturbürgermeister Joachim Gerner. Ob an den Heidelberger Literaturtagen künftig am besten als Verein oder zum Beispiel als GbR weitergeschrieben wird, sei noch nicht geklärt.

Aus den anderen Unesco-Netzwerkstädten Edinburgh und Granada haben sich ebenfalls Autoren angemeldet. Pippa Goldschmidt erzählt aus ihrer Zeit in der Künstlerresidenz Dilsberg vor einem Jahr und Trinidad Gan bringt Lyrik mit, die sie gerade im neuen Verlag „hochroth Heidelberg“ publiziert hat. Eröffnet werden die Literaturtage am 15. Mai um 19 Uhr von Klaus Modick („Keyserlings Geheimnis“). Tickets gibt es in den Buchhandlungen der Stadt und im Internet. Es werden ein Festivalticket, Einzeltickets und Tageskarten angeboten. miro

Info: www.heidelberger- literaturtage.de