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Livemusik, Festumzug und Bachregatta

Zeller Kerb: Startschuss am Freitagabend / Wassergaudi am Montag zum Finale

Zell.Am vergangenen Wochenende waren sie noch Gäste bei der Hochstädter Kerb, an diesem Wochenende sind die Zeller Kerweborsch und -mädchen selbst Gastgeber und werden unter anderen auch die Hochstädter willkommen heißen.

Jedes Jahr am zweiten Augustwochenende wird in Zell traditionell die Kerb gefeiert. Der viertägige Veranstaltungsreigen ist längst nicht nur bei den Zellern sehr beliebt, sondern hat sich auch in Bensheim und Umgebung schon einen Namen gemacht. Das hat man mit zwei Aspekten zu tun: Zum einen hat die Zeller Kerb mit der Bachregatta am Kerwemontag ein Alleinstellungsmerkmal im Kerwereigen der Region, zum anderen ist die Kerb für attraktives Musikprogramm bekannt.

Die Festlichkeiten beginnen bereits am Freitag mit dem Tag der Jugend, an dem vorwiegend junge Leute aus Zell, Gronau, Bensheim, Auerbach, Heppenheim, Elmshausen und vielen andern Orten zusammenkommen und gemeinsam bis früh in die Morgenstunden feiern. Für diesen Anlass wird jedes Jahr ein renommierter DJ organisiert, der mit ausgewählter Party- und Dance-Musik sowie Lightshow begeistert und in Bewegung bringt.

Einmalig und ein echter Höhepunkt ist die große Bar direkt neben der Tanzfläche. Diese wird jedes Jahr nach einem bestimmten Motto von der Kerwejugend und Helfern aufwendig geschmückt und bietet den Gästen eine Vielzahl an Shots und Longdrinks bis in den frühen Morgen.

Am Kerwesamstag spielt anstelle des DJs eine Band, die für gute Stimmung sorgt und nicht nur die Jugend, sondern auch Familien und Senioren anzieht. Das führt jedes Jahr aufs Neue zu einer sehr gemütlichen und stimmungsvollen Atmosphäre im Kerwezelt.

Ein Highlight für alle Kinder ist am Samstag die Öffnung der Schieß-, Pfeilewerf- und Süßigkeitenstände sowie des Karussells.

Sonntags beginnt nach dem Gottesdienst um 14 Uhr der festliche Umzug mit bunt geschmückten Wagen, an dem nicht nur Zeller teilnehmen, sondern auch Kerwejugenden und Vereine benachbarter Orte. Die Kerweborsch laufen traditionell in weißen Hemden, schwarzen Hosen und roten Halstüchern durch Zell und „graben“ in den Höfen mit Schaufel und Pickel „das Kerwegold aus”.

Im Anschluss berichtet der Kerweparrer, assistiert von seinem Mundschenk, in wohlgeformten Reimen über die Ereignisse und Missgeschicke in Zell des vergangenen Jahres. Man darf gespannt sein, wer in diesem Jahr auf der Kanzel steht, denn Kerweparrer Tim Rettig hatte sich im vergangenen Jahr aus diesem Amt verabschiedet.

Am letzten Tag, dem Kerwemontag, erfährt die Kerb noch einmal einen Höhepunkt. Nach dem morgendlichen Frühschoppen beginnt mit der Zeller Bachregatta ein einzigartiges Spektakel.

Wie viele Teilnehmer es dieses Jahr sein werden, steht erst kurz vor dem Start um 14 Uhr fest. Mit dabei sein wird wieder die eine oder andere Blechwanne, mit der man möglichst schnell durch die Fluten des aufgestauten Baches pflügen will.

Mit Spannung erwartet werden aber wieder die Ergebnisse der kreativen Bootsbauer, die sich jedes Jahr aufs Neue außergewöhnliche Konstruktionen einfallen lassen und um den Titel des schönsten Bootes wetteifern. Da waren auf dem Meerbach schon Nachbauten des Trojanischen Pferdes, eines Casinos, des Zeller Rathauses oder eines U-Boots zu sehen. Auch italienisch ging es schon zu: Sei es mit der schwimmenden Pizzeria oder dem Eiswagen „Franco Anale“ im vergangenen Jahr.

Moderiert wird das Spektakel seit Jahren von Hans-Peter Ott, seines Zeichens Ortsvorsteher von Zell. In diesem Jahr wird es aber vermutlich das letzte Mal sein, denn mit 70 Jahren wollte er diese Aufgabe gerne anderen überlassen. Nächstes Jahr im Juni wäre es so weit. js