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Nachgefragt Oliver Lackmann von TUIfly über Filter in Fliegern

„Luft wird am Boden abgesaugt“

Archivartikel

Touristisches Reisen ist seit Montag in weiten Teilen der Europäischen Union wieder möglich. Mit der neuen Normalität beginnt auch ein neues Zeitalter des Reisens. Dazu gehören Hochleistungsfilter und vertikale Klimaströme im Flugzeug, kontaktloser Check-in vor Ort und das Tragen von Alltagsmasken. Oliver Lackmann, Chef von TUIfly Deutschland und selbst Pilot, erklärt, wie sicheres Fliegen in Zeiten von Corona funktioniert.

Herr Lackmann, wie machen Sie unseren Lesern den Transfer mit dem Flugzeug schmackhaft?

Oliver Lackmann: Wir verfügen über hochleistungsfähige Klimaanlagen, die die Luft innerhalb von zirka zwei Minuten komplett austauschen können. Außerdem haben wir auch hochleistungsfähige Filteranlagen, die zirka 99,07 Prozent aller Gefahrenstoffe aus der Luft herausfiltern können, ebenso Bakterien und Viren.

Aber wenn der Gast vor mir hustet, was mache ich dann?

Lackmann: Da haben wir auch einen Vorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern, da wir bei uns in erster Linie vertikale Luftströmungen haben und keine horizontalen. Das heißt, der Lufteinlass ist im Flugzeug über den Passagiersitzen angebracht, so dass die Luft quasi nach unten gedrückt und am Boden wieder abgesaugt wird. So können wir verhindern, dass Atemluft oder – wenn ein Passagier hustet – hier entsprechende Viren oder Bakterien im Flugzeug verteilt werden. Sie werden automatisch durch die Klimaanlage am Boden abgezogen und dann gefiltert.

Aber was ist mit dem Einsteigen: Dort herrscht doch eigentlich immer Gedränge?

Lackmann: Da arbeiten wir selbstverständlich eng mit den Flughäfen zusammen und erarbeiten Konzepte, dass auch hier keine Menschenansammlungen stattfinden. Das heißt, grundsätzlich wird in kleineren Gruppen geboardet und es wird Markierungen am Boden geben, damit sich die Passagiere orientieren können, um die Abstandsregeln einzuhalten. So können wir sicherstellen, dass auch beim Einsteigevorgang nichts passiert.

Und am Zielort?

Lackmann: Da ist es analog. Auch dort werden wir organisieren, dass in kleinen Gruppen das Flugzeug verlassen wird und dementsprechend auch nichts passieren kann.

Wird beim Einsteigen auch Fieber gemessen?

Lackmann: Das ist aktuell noch nicht Bestandteil der Maßnahmen, die die Behörden festgelegt haben. Sollte das kommen, sind wir aber trotzdem darauf vorbereitet. Grundsätzlich ist es so, dass uns das Thema Sicherheit als Luftverkehrsgesellschaft immer in erster Linie interessiert und auch hier ist es so, dass wir alle Maßnahmen einleiten, um die Sicherheit bei uns an Bord zu gewährleisten, so dass der Passagier entspannt und sicher im Urlaubsgebiet ankommen kann. bubm/db/kaba

Dazu der Podcast (siehe unten, Quelle: B und B Medien Mannheim).