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Interview Kreisvorsitzender Harald Schäfer hofft in Corona-Zeiten auf einen reibungslosen Saisonverlauf / Erneuter Abbruch würde große Probleme mit sich bringen

„Man muss Entwicklung abwarten“

Archivartikel

Nach der wohl ungewöhnlichsten Saison im Fußballkreis überhaupt steht eine weitere Spielzeit mit vielen Fragezeichen und Unbekannten bevor. Wir sprachen vor dem Saisonstart mit dem Kreisvorsitzenden Harald Schäfer.

Herr Schäfer, welches Fazit ziehen Sie bislang aus dem Fußballjahr 2020?

Harald Schäfer: Das ist eine schwierige Frage. Außer einigen Pokalspielen haben wir noch gar nicht viel gemacht. Ich bin guter Hoffnung, dass das restliche Jahr reibungslos verläuft und wir am Anfang nicht zu viele Ausfälle haben.

Wie hat sich denn beim Kreisvorstand die Arbeit verändert gegenüber eines normalen Saisonstarts?

Schäfer: Wir haben jetzt wesentlich größere Staffeln, insbesondere die Kreisliga geht mit 18 Mannschaften an den Start. Die Kombinationen mit den zweiten Mannschaften waren bei der Spielplangestaltung schwierig bis unmöglich. Wir hoffen, dass wir jetzt alle in einen gemeinsamen Rhythmus kommen. Insgesamt war es sehr schwer.

Was kommt auf die Vereine zu?

Schäfer: Wichtig ist vordergründig, dass sie sich an die eigenen Hygienevorschriften und die entsprechende Abwicklung vor und nach dem Spiel halten. Leider ist durch die Corona-Sache inzwischen in den Hintergrund geraten, dass wir im Frühjahr eigentlich gestartet sind, um mit einem gestärkten Fairplay-Gedanken auf den Platz zu gehen. Ich hoffe, dass das noch fruchtet, was wir im Januar beispielsweise in dem Seminar für die Platzordnerobmänner gelehrt haben.

Sollte es im Saisonverlauf wieder zu einer Unterbrechung bis hin zu einem Abbruch kommen, wäre der Verband mittlerweile ermächtigt, eine Entscheidung über den Saisonausgang zu treffen. Könnte es dann auch zu Absteigern kommen?

Schäfer: Das ist durchaus möglich. Wir können die Staffeln nicht unendlich erweitern. In einem solchen Szenario müsste man überlegen, ob man die Saison annulliert, sofern weniger als die Hälfte der Saison gespielt ist. Wenn mehr als die Hälfte gespielt ist, müsste man schauen, wie die Runde gewertet wird. Sollte es zu mehreren Corona-Fällen kommen, müsste man vielleicht darüber nachdenken, alternative Formen auszuwählen, wenn absehbar ist, dass die Saison in der normalen Form nicht durchzuspielen ist.

Wie könnte das aussehen?

Schäfer: Beispielsweise wie im hessischen Verband, wo die Odenwälder beispielsweise nur eine Vorrunde spielen und die Liga danach geteilt wird.

Gehen wir von einem regulären Saisonverlauf aus: Wie lange brauchen wir, um in den Staffeln wieder die Sollstärken zu erreichen?

Schäfer: Ich hoffe, dass inklusive dieser Saison zwei Runden ausreichen, um die Staffelstärken von 16 Mannschaften wieder zu erlangen. Dieses Jahr wird es einen verstärkten Abstieg geben. Ich gehe davon aus, dass wir zur Saison 2022/23 wieder das normale Niveau haben. Aber man muss die Entwicklung abwarten. Letztlich ist der Sprung zwischen der Landesliga und Kreisliga immer das Nadelöhr, das über den Auf- und Abstieg im Kreis entscheidet.

Abschließende Frage: Was wäre ein Saisonverlauf, bei dem Sie in einem Jahr sagen würden, dass er zufriedenstellend war?

Schäfer: Dann, wenn wir alle Spiele durchgebracht haben und alles in einem sportlich fairen Rahmen abgelaufen ist.