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Weinheim Oberbürgermeister fordert baldiges Ende der Baustelle am Postknoten / Weitere Verzögerungen „inakzeptabel“

Manuel Just macht der RNV Druck

Archivartikel

So schlimm war es schon lange nicht mehr. Autofahrer brauchten von der Innenstadt in die Weststadt und wieder zurück satte eineinhalb Stunden. Verkehrs-Kollaps: Viernheimer Straße – dicht, Prankel – dicht, Schulstraße – dicht, Westtangente – dicht. Knackpunkt war und ist die Baustelle am Postknoten.

Da muss man als Autofahrer eben durch. Von wegen. Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just haut jetzt auf den Tisch. Er fordert von der RNV: „Am Postknoten muss es schneller gehen“ – so lautet jedenfalls die Überschrift einer Pressemitteilung, die die Stadt Weinheim am Mittwochmittag herausgegeben hat.

Darin heißt es: „Alle Beteiligten müssen wissen, dass es sich hier um die zentrale Zufahrt zur Innenstadt handelt, da erwarte ich mehr Engagement und Kreativität“, sagt Just. Seine Geduld bei der Baumaßnahme am Postknoten sei am Ende, schreibt die Stadt weiter. „Weitere Verzögerungen werden wir nicht dulden“, stellte der OB vor allem in Richtung der Mannheimer Verkehrsgesellschaft klar. Die RNV ist im Auftrag der Stadt Bauträger der Maßnahme und Auftraggeber der Baufirmen.

Diese Konstellation sei schon vorletztes Jahr so gewählt worden, weil die Erneuerung der OEG-Gleise das größte Modul innerhalb der Maßnahme Mannheimer Straße/Postknoten mit Verlegung der Haltestelle war. Die Übertragung der Bauträgertätigkeit bei Großbaustellen auf einen Akteur ist ein übliches Vorgehen.

Verzögerung „inakzeptabel“

Im Weinheimer Fall sind OB Just und Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner aber mittlerweile verärgert, weil ihrem Eindruck nach die RNV während der Bauzeit zu stark auf ihre ÖPNV-Investition und zu wenig auf den Straßenbau fokussiert gewesen sei. Daher war das im Vorjahr noch anvisierte Baustellenende im September zuletzt nicht mehr zu halten.

„Wir sind aber unseren Bewohnern, insbesondere dem Einzelhandel in der Stadt einen sehr zügigen Ablauf und ein baldiges Ende schuldig“, so der OB, „das haben wir auch immer so betont“. Für die Weinheimer Verwaltungsspitze ist eine weitere Verzögerung „inakzeptabel“, wie Just betont. Er fordert die RNV auf, jetzt alle Maßnahmen einzusetzen, um noch im Oktober, also vor dem Anlaufen des Weihnachtsgeschäftes, die Bauarbeiten am Postknoten abzuschließen. Dabei sollten auch notwendige Maßnahmen wie Nacht- und Wochenendarbeiten in Erwägung gezogen werden.

Gleichzeitig betont er aber auch: „Die Mehrkosten dürfen nicht an der Stadt hängen bleiben, sondern an den wahren Verursachern der Verzögerung.“ In dieser Woche verhandeln Vertreter der Stadt Weinheim mit der RNV und den Baufirmen, um einen Endspurt der Baustelle zu regeln. Sollte das nicht von Erfolg gekrönt sein, will der OB selbst bei der RNV-Geschäftsführung die Fristeinhaltungen einfordern. „Wir stehen da ganz an der Seite unserer Einzelhändler“, betont Just.

Weinheims Wirtschaftsförderer Jens Stuhrmann nahm in dieser Woche auch an einer Vorstandssitzung des Vereins „Lebendiges Weinheim“ teil, um die Einzelhändler von den erneuten Initiativen des OB zu unterrichten und das weitere Vorgehen abzustimmen. Die Geschäftsleute bestärkten die Stadt bei ihrer Haltung und betonten, dass sie an der Seite des OB auch zu weiteren Aktionen bereit sind, um ein baldiges Ende des Straßenbaus zu erreichen. vmr