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Mauscheleien am Drehort

„Akte Lansing“ : Mystery-Mediensatire des Bayerischen Rundfunks lässt tief blicken

Es ist der Wurm drin bei „Dahoam is Dahoam“ in Lansing: Wo eigentlich per Massenfertigung täglich neue Folgen bayerischer Dorf-Gemütlichkeit produziert werden sollen, geraten plötzlich die Dreharbeiten außer Rand und Band. Es häufen sich Pannen am Set. Die Schauspieler der „DiD“-Familie wirken noch überdrehter als sonst. Und dann stürzt plötzlich mitten in einem Take ein Beleuchtungskörper aus seiner Halterung – und hätte beinahe Cast und Crew verletzt. Was ist da bloß los?

BR schickt Sonderermittler

Man ahnt es bereits: Die neue BR-Produktion „Akte Lansing“ nimmt den Wirbel und den enormen Publikumserfolg der „Bavarian Daily“ humoristisch aufs Korn. Hinter der von Constantin Television produzierten TV-Satire steckt die BR-Puls-Redaktion. Sie ließ sich auf den Spagat ein, für ein avisiertes jüngeres Publikum Klamauk zu bieten und die treue „Dahoam is Dahoam“-Fangemeinde nicht zu verprellen.

Ungeheure Missstände in Lansing also. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen beim Bayerischen Rundfunk hinter den „DiD“-Kulissen nach dem Rechten sehen wollen. Also schickt der mächtige BR-Fernsehchef (Christoph Süß, bekannt aus der „Quer“-Reihe) einen Sonderermittler nach Lansing: Vor Ort soll sich Dr. Dr. Georg Spiess (Stefan Murr), der in der inneren Revision tätig ist, ein Bild vom Geschehen machen.

Das ist zwar allerhand, aber so richtig gelungen wirkt das Ganze nicht: Um an „Akte Lansing“ Spaß zu haben, muss man sich schon gut im „Dahoam is dahoam“-Kosmos auskennen. Zu halbgar ist der Humor. Wobei echte Fans fraglos angetan sein werden. „Akte Lansing“ ist auf sechs Folgen angelegt, die in der BR-Mediathek zu sehen sind. An den Donnerstagen, dem 4. und 11. April, wird die Spin-Off-Serie jeweils in Dreier-Blocks regulär ab 22.45 Uhr im BR ausgestrahlt. tsch