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Weinheim Am 25. Mai eröffnet in diesem Jahr die Silbergrube „Marie“ in Hohensachsen für Besucher

„Mausohren“ sind ausgeflogen

Endlich ist es wieder so weit: Die Fledermäuse haben ihr Winterquartier im historischen Blei- und Silberbergwerk „Grube Marie“ bei Hohensachsen verlassen, und die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald haben den Besucherbereich der Grube wieder „flott“ gemacht. 22 Große Mausohren und drei Wasserfledermäuse wurden diesmal bei der jährlich stattfindenden Winterzählung durch Dr. Andreas Arnold von der Koordinationsstelle Fledermausschutz Nordbaden erfasst. Die Dunkelziffer der überwinternden Fledermäuse sei jedoch vermutlich deutlich höher, so Arnold.

Was die Besucher normalerweise nicht zu sehen bekommen, sind die Vorarbeiten für die Besuchersaison, bei denen nach Maßgabe des Bergamtes in Freiburg alle sicherheitsrelevanten Einbauten und Einrichtungen überprüft werden. In zwei langen Arbeitseinsätzen erfolgte Mitte bis Ende April die Kontrolle der Grubenelektrik und der Standfestigkeit der Felsen im Bergwerk.

„Wie in jedem Jahr haben sich wieder einige Klüfte geöffnet, sodass wir lose Steine entfernen mussten“, berichtet Jochen Babist, „alles in allem war jedoch wegen des relativ warmen Winters nicht allzu viel zu räumen.“

Mit dazu gehörte in diesem Jahr das Ausbringen von Messdöschen für die Strahlungsaktivität des radioaktiven Edelgases Radon, was nach der aktuell gültigen Strahlenschutzverordnung seit diesem Jahr an potenziell gefährdeten Arbeitsplätzen erforderlich ist.

„Im gut durchlüfteten Besucherbereich spielt das aber keine Rolle, denn die Konzentrationen sind hier geringer als in manch einem schlecht gelüfteten Privatkeller“, erklärt Marcel Storm. Das haben 2008 Messungen in der Grube gezeigt. „Auf der Tiefsohle, die wir wegen der schlechten Belüftung nur im Frühjahr betreten dürfen, erwarten wir weit höhere Werte. Für Besucher ist dieser Bereich weiterhin tabu“, erklärt Storm außerdem.

Die Dosen verbleiben die gesamte Saison in der Grube und werden im Herbst an das Radonlabor des KIT Karlsruhe zur Auswertung gesendet. Sicherheit geht in der Grube vor. Das gilt für die Besucher und für die Mitarbeiter. Auch ein Erste-Hilfe-Kurs für alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft steht in diesem Jahr wieder auf dem Programm.

Nun freuen sich die ehrenamtlichen Bergleute der Grube Marie auf Besucher, heißt es abschließend in einem Pressebericht der Stadt. wn