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Roman

Mit Melandri auf der Gefängnisinsel

Archivartikel

Der Italienerin Francesca Melandri gelang in Deutschland mit „Alle, außer mir“ ein Bestseller. In einer großen Erzählung verknüpfte sie die heutige Flucht von Afrikanern nach Europa mit der italienischen Kolonialvergangenheit. Nun hat der Wagenbach-Verlag einen ihrer früheren Romane neu aufgelegt. „Über Meereshöhe“ führt in die Jahre, als linker Terrorismus Italien erschütterte. Auf Asinara nördlich von Sardinien, damals eine Gefängnisinsel, kreuzen sich 1979 die Wege zweier Menschen, die ihre Angehörigen im Knast besuchen: der frühere Lehrer Paolo, dessen Sohn sich den Roten Brigaden anschloss, und die Bäuerin Luisa, deren Mann zum Mörder wurde. Ein Sturm zwingt beide, länger auf der Insel zu bleiben. So beginnen sie zu reden und kommen sich näher. Der Roman erschien erstmals im Jahr 2012. (Verlag Klaus Wagenbach, 208 S., 13,90 Euro) dpa