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Weinheim Stadt wird vom 6. bis 8. September wieder zum Mekka für Funkamateure / Mehr als 20 Vorträge von Experten aus ganz Europa

„Oscar 100“ ist der heimliche Star

Sie ist der Treffpunkt für alle, die sich für Funktechnik, Elektronik und Digitaltechnik interessieren: die Weinheimer UKW-Tagung. Die Gäste kommen aus ganz Europa. Die Tagung findet seit 1956 statt. Wegen ihres internationalen Ansehens referieren Funkamateure aus ganz Europa auf dem Weinheimer Forum über ihre neuesten Erfahrungen, informieren über innovative Entwicklungen und teilen ihr Wissen mit Gleichgesinnten und auch neuen Interessenten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Tagungswochenende beginnt am Freitag, 6. September, ab 17 Uhr auf dem Clubgelände der Weinheimer Funkamateure. Beim legendären HAM-Fest (HAM ist die gegenseitige Ehrenbezeichnung unter den Funkamateuren weltweit) am Lagerfeuer rund um das Clubhaus bietet sich die Möglichkeit, alte Freunde wieder zu treffen und neue Freunde kennenzulernen.

Flohmarkt und Ausstellung

Am Samstag, 7. September, ist dann die eigentliche Fachtagung mit mehr als 20 Vorträgen über die neuesten Entwicklungen auf dem Amateurfunkgebiet, in der Elektronik und der Digitaltechnik. Die Tagung findet auch dieses Jahr wieder in der hierfür optimal ausgestatteten Dietrich-Bonhoeffer-Schule statt, schreiben die Funkamateure. Ein Flohmarkt und eine Geräteausstellung begleiten die technisch-wissenschaftlichen Vorträge. Am Samstagabend treffen sich dann alle Technikfreunde wieder beim Clubhaus. Die Tagung klingt dann am Sonntagmorgen mit einem Brunch ebenfalls auf dem Clubgelände aus.

In diesem Jahr sind zwei neue Schwerpunktthemen zu den klassischen Themen der Weinheimer UKW-Tagung hinzugekommen. Das eine Thema beleuchtet alle Facetten des Umgangs mit dem neuen Funkamateursatelliten QO-100 (Qatar OSCAR 100). Seine funktechnische Einrichtung wurde vom Emirat Katar der weltweiten Funkamateurgemeinschaft gesponsert. An Bord des Fernsehsatelliten Es’hail-2 wurden dieser sogenannte Transponder Ende 2018 in eine geostationäre Umlaufbahn um die Erde gebracht, die sich circa 36 000 Kilometer über der Erde befindet. Der Satellit Es’hail-2 wird vornehmlich dazu dienen, die Fußballweltmeisterschaft 2022 von Katar aus weltweit zu übertragen. In diesem Zusammenhang ist aus Sicht von Weinheim erfreulich, dass der Weinheimer Dr. Achim Vollhardt ein Mitglied des inneren Zirkels der AMSAT-DL (Amateursatelliten Deutschland) ist, welche das Konzept der QO-100 Transponder entwickelt hat.

Vollhardt arbeitet derzeit an der Universität Zürich in der Schweiz. Er ist der Sohn von Dieter Vollhardt, der die Weinheimer UKW-Tagung ins Leben gerufen hat. Und nun hat ein Mitglied der Weinheimer Familie Vollhardt auch einen bedeutenden Beitrag des zukunftsweisenden Satelliten gestützten Amateurfunks geleistet, heißt es in der Pressemitteilung der Funkamateure.

Internet der Dinge

Der zweite neue Schwerpunkt der Weinheimer UKW-Tagung wird sich mit vielen technischen, organisatorischen und anwendungsspezifischen Gesichtspunkten des Internets der Dinge (IoT – Internet of Things) und hier derzeit speziell mit dem LoRaWAN-Netzwerk (Long Range Wide Area Network) beschäftigen. Das Internet der Dinge ist ein paralleles Netzwerk zum von uns täglich genutzten Internet. Über das IoT kommunizieren heute bereits und in der unmittelbaren Zukunft ganz intensiv die Maschinen, Roboter, Autos und die allgegenwärtigen Sensoren aller Art. Das IoT wird das Rückgrat der digitalisierten Welt und der vierten Industriellen Revolution sein. Sein Teilnetzwerk LoRaWAN ist darauf spezialisiert, über viele überall verteilte Sensoren Daten in das IoT einzuspeisen, die auf speziellen Servern gesammelt und für die vielfältigsten Informations- und Steuerungsaufgaben sodann zu Verfügung stehen. Die Sensoren und ihre Sender benötigen nur ganz geringe elektrische Energie. Dadurch kann solch ein Sensor mehrere Jahre lang ohne Wartung seine Arbeit vollbringen.

Derzeit wird ein LoRaWAN-Netzwerk im Bergstraßenraum aufgebaut, um die Bienenstöcke und mithin die Gesundheit der hierin lebenden Bienen zu überwachen, ohne dass die Imker täglich mit viel Aufwand und Mühe bei ihren Bienen sein müssen. Den Gesundheitszustand ihrer Bienen können die Imker sodann zeit- und ressourcensparend von zu Hause aus auf ihrem Bildschirm überwachen.

Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Homepage der Weinheimer UKW-Tagung unter der Adresse https://ukw-tagung.org/ – Auch die Website der Weinheimer Funkamateure http://dl0wh.de ist eine interessante Informationsquelle über aktuelle technische Themen. wn