Seite 1 - MM

Auf nach Bayern

Per Alphabet durchs Berchtesgadener Land

Herrliche Gipfel, urige Hütten und klare Bergseen: Im südöstlichen Zipfel Deutschlands erstreckt sich das Berchtesgadener Land. Vom sanft-hügligen Rubertiwinkl bis hin zum Nationalpark Berchtesgaden mit dem Watzmann (2713 Meter) als zweithöchstem Berg der Republik bietet sich hier ein ganzjähriges Natur-, Genuss- und Bewegungsparadies für die gesamte Familie. Hier gibt es einen Einblick in Highlights der Region anhand der Anfangsbuchstaben von „Berchtesgadener Land“.

B wie Bergstation: Die neue Bergstation der Jennerbahn in Königsee wurde im Juni dieses Jahres offiziell eröffnet. Aufgrund des zurückliegenden Jahrhundertwinters mit immensen Schneemassen an der Bergstation laufen derzeit noch Arbeiten an den Außenanlagen auf 1800 Metern Seehöhe. Die Sonnenterrasse der Jenneralm bietet eine tolle Aussicht auf die Bergwelt. Von hier aus starten Wanderwege aller Schwierigkeitsgrade. Berg- und Talfahrt: 27,50 Euro Erwachsene (günstigere Tarife unter anderem für Kinder, Jugendliche, Familien).

E wie Einkehr. Im Berchtesgadener Land gibt es wunderschöne Almhütten und Wirtshäuser, die regionale Schmankerl bieten. Ein gemütlicher Berggasthof in Berchtesgaden auf 1070 Metern ist das Gasthaus Vorderbrand. Ob deftige Jausen oder süßer Kaiserschmarrn – hier werden die Gaumen verwöhnt. www.gasthof-vorderbrand.de

R wie Renate Aschauer. Sie züchtet die bedrohte Rasse der Alpinen Steinschafe und ist im Wimbachtal beim Bergsteigerdorf Ramsau anzutreffen. Hier betreibt sie „Wimbachs Wollstadl“ und bietet Schafmilch-, Fell- und Filzprodukte an. Am Stadl steht auch der Automat für die Eintrittsbons zur Wimbachklamm (2,50 Euro, mit Gästekarte 2 Euro). Etwa 300 Meter oberhalb befindet sich der Eingang zur Wimbachklamm. Brücken und Stege an den steilen Felsen ermöglichen eine Wanderung (200 Meter) durch die Klamm, die mit ihren steilen Wasserfällen eine geologisch beeindruckende Sehenswürdigkeit ist. Auch empfehlenswert: eine Wanderung ins hintere Wimbachtal, vorbei am sogenannten Wimbachgries, das von trockenem Schotter bedeckt ist; das Wasser fließt hier unterirdisch. Im Wimbachschloss kann man einkehren. Früher war es ein Jagdschloss der Wittelsbacher, heute dient es als Berggaststätte im Nationalpark.

C wie Carl-von-Stahl-Haus. Es liegt am Torrener Joch, der Grenze zwischen Bayern und dem Salzburger Land (Österreich). Eröffnet wurde die Hütte, die auch einfach nur Stahlhaus genannt wird, im Jahr 1923. Finanziert wurde der Bau der Alpenvereinssektion Salzburg vom wohlhabenden Unternehmer Carl von Stahl. Das Stahlhaus hat bis auf Heiligabend das ganze Jahr über geöffnet. In Hüttennähe warten prominente Gipfel wie Schneibstein (2276 Meter) und Hohes Brett (2341 Meter) auf eine Besteigung.

H wie Hochbahnweg. Er startet an der Jennerbahn-Mittelstation, führt über die Königsbachalm zur Talstation und bietet reizvolle Ausblicke zum Königsee. Gehzeit: zirka 2,5 Stunden (7 Kilometer/600 Höhenmeter).

T wie Tradition. Zur Jagd hielten sich die Bayerische Könige und Adelsherren mit Vorliebe rund um den Königssee auf, besonders gern in St. Bartholomä. Das ehemalige Jagdschloss der Bayerischen Könige und heutige Gasthaus St. Bartholomä, bietet die perfekte Atmosphäre für diesen „jagerischen“ Abend mit Bootsüberfahrt, Musik und Menü. Das Berchtesgadener Kulturschmankerl findet wieder am Freitag, 11. Oktober, statt (ab 109 Euro, buchbar über 08652/6 56 50 70, kulturschmankerl@berchtesgaden.de).

E wie Enzianbrennerei. Familie Grassl erhielt vor mehr als 300 Jahren vom Berchtesgadener Fürstprobst das Recht, im Gebirge nach Enzian- und Meisterwurzeln zu graben und Wacholder zu brennen. Lukas Schöbinger ist Anfang 20 und der neue Bergbrenner. Von Mai bis Oktober ist er für die fünf Brennhütten verantwortlich, drei davon liegen im Nationalpark Berchtesgaden, zwei sind nur zu Fuß und über beschwerliche Wege erreichbar. Hier gräbt er zum Beispiel Enzianwurzeln aus, bearbeitet sie, setzt sie mit Hefe und frischem Quellwasser an und destilliert nach der Gärung einen ersten Brand. In der Enzianbrennerei in Berchtesgaden sind Führungen und Verkostungen möglich. www.grassl.com

S wie Steinböcke. Die „Könige der Berge“ hautnah erleben – davon träumen viele Bergfexe. Ein guter Tipp ist die Tour über die bekannte Bergwanderroute „Kleine Reib’n“ auf den Schneibstein (2276 Meter), der leichteste 2000er der Berchtesgadener Alpen. Hier sind Steinböcke fast immer zu beobachten, eine Garantie gibt’s freilich nicht. Für Auf- und Abstieg sind Trittsicherheit und ausreichend Kondition notwendig. Von der Jennerbahn-Bergstation geht’s über das Stahlhaus zum Gipfel, dann Richtung Seeleinsee, Priesbergalm und Königsbachalm zur Jennerbahn-Mittelstation (Gehzeit: 6 Stunden, 13 Kilometer/Höhendifferenz: 1080 Meter).

G wie Gotzenalm. Der Weg zur Gotzenalm (1685 Meter) gilt als einer der schönsten und führt durch unberührte Natur. Startmöglichkeiten gibt es sowohl vom Tal aus als auch von der Mittel- und Bergstation der Jennerbahn – je nach Kondition. Geöffnet bis Mitte Oktober; Übernachtung mit Frühstück ab 22 Euro, Telefon 08652/69 09 00.

A wie Archenkanzel. Die Archenkanzel ist eine natürliche Aussichtsplattform (1346 Meter) in der Nähe der Kühroint-Alm. Von hier aus bietet sich einer der schönsten Blicke über den 750 Meter tiefer liegenden Königssee. Es gibt verschiedene Wege dorthin, von Schönau am Königssee und von Ramsau aus.

D wie Drahtsicherung. Die ist beim Schützensteig besonders niedrig, damit Familien und auch Anfänger diese Kletterroute bequem gehen können. Über 330 Meter Sicherungsseil, 70 Trittbügel und die tollkühne Hängebrücke „Flying Fox“ wurden in Absprache mit Natur- und Tierschützern am kleinen Jenner installiert, um den leichten, landschaftlich äußerst reizvollen Steig oberhalb des Königssees zu erschließen.

E wie Erlebniskarte. Es gibt die „Vital-Natur-Erlebnis-Card“ bei den Vital-Gastgebern. Damit bekommt man tolle Rabatte etwa für den Besuch in der „Watzmann Therme Berchtesgaden“, für Kräuterwanderungen oder Vorträge. Sie ist neben der regulären Gästekarte im Berchtesgadener Land ein Zusatzrabattangebot. Allein mit der Gästekarte spart man Geld, Busfahren zum Beispiel ist in der Region damit gratis.

N wie Nationalpark. Der Nationalpark Berchtesgaden ist Deutschlands einziger Alpen-Nationalpark. Er wurde 1978 gegründet. Dass sich der Nationalpark nicht nur um den Lebensraum bedrohter Tierarten, sondern auch um den des Menschen sorgt, zeigt das engagierte Erforschen des Klimawandels. Seit Anfang der 1990er Jahre liefert beispielsweise die Wetterstation am Watzmannhaus aktuelle Daten aus luftiger Höhe, zudem spielen die Stationen am Blaueisgletscher und am Hinterberghorn täglich Daten aus.

E wie Echo. Das muss man gemacht haben: eine Elektroschifffahrt auf dem Königssee. An der Insel Christlieger vorbei geht’s bis zur weltbekannten Echowand, dann holt der Schiffsführer ein Flügelhorn oder eine Trompete raus und bläst. Herrlich, dieser Widerhall!

R wie Radfahren. Die Region bietet mehr als 1000 Kilometer gut ausgeschilderte Radwege für Genießer ebenso wie für sportlich ambitionierte (Mountain-)Biker. Einen Überblick über die Top 25 gibt die Gratis-Broschüre, die bei der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH bestellt werden kann. Und für die Detailplanung vom heimischen Sofa aus steht unter www.berchtesgadener-land.com die interaktive Regionskarte zur Verfügung. Sämtliche Tourdaten können bei Bedarf kostenfrei aufs persönliche GPS-Gerät geladen werden.

L wie „Lena Lorenz“. Die fünfte Staffel der ZDF-Serie rund um die Hebamme Lena Lorenz (gespielt von Judith Hoersch; zuvor dargestellt von Patricia Aulitzky) läuft gerade donnerstags, 20.15 Uhr. Himmelsruh heißt das Heimatdorf der Hebamme in der Serie, die Szenen werden in Berchtesgaden, Schönau am Königssee, Ramsau und Marktschellenberg gedreht. Die Region ist seit Jahrzehnten eine beliebte Filmkulisse.

A wie Alpenstadt. So lautet der Beiname von Bad Reichenhall. Vor 400 Jahren entstand hier mit der Soleleitung die erste Pipeline der Welt (32 Kilometer nach Traunstein). Noch heute sprudeln die Solequellen unterirdisch. Wer durch die Alte Saline wandelt, durch das beeindruckende Stollensystem und die Marmorgänge, bekommt ein Gespür für die Bedeutung des „weißen Goldes“, das der Alpenstadt ihren Reichtum bescherte.

N wie Nonner Steg. Diese Fußgängerbrücke über die Saalach bei Bad Reichenhall ist Aussichtsplattform, Ruhepunkt und Oase für Naturfreunde und Verliebte. Man erreicht den Nonner Steg, wenn man von Bad Reichenhall aus an der Rupertustherme vorbeigeht. Der Weg führt durch die Unterführung bis vor an die Saalach und biegt dann links ab. Nach einem Spaziergang durch den Wald biegt rechts der Steg ab.

D wie Dachterrasse. In der Fußgängerzone von Berchtesgaden liegt das Viersterne-Superior-Hotel „Edelweiß“. Ein Highlight ist der 2000 Quadratmeter große Wellnessbereich über den Dächern und das Panorama-Restaurant. Von hier aus schaut man auf den Watzmann und die bayerischen Alpen. Reservierung empfohlen: www.edelweiss-berchtesgaden.com