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Im Test Die Mercedes-Benz V-Klasse hat auch nach der Modifizierung nichts an ihren Tugenden eingebüßt / Neuer Motor, neues Multimediasystem

Platz – und jede Menge Luxus

Archivartikel

Mannheim.Platz kann man nie genug haben. Vor allem, wenn die Familie groß ist, ein Umzug ansteht oder irgendwann auch mal wieder eine Tour mit Freunden stattfinden kann. Dann schlägt die Stunde der edlen Kleinbusse. Passend dazu hat Mercedes seine V-Klasse nun modifiziert. Das fällt weniger äußerlich auf, vielmehr die inneren Werte galt es, nachzufeilen.

Der Testwagen rollt als Topmodell V300d auf den Hof, in der Version mit 5,14 Metern Länge. Damit bietet die V-Klasse nicht nur fürstliche Raumverhältnisse, sondern auch einen sehr potenten Antrieb. Der Zweiliter-Biturbo-Diesel arbeitet extrem kultiviert und ist im Innern fast nicht wahrzunehmen. Perfekte Harmonie herrscht mit der Neunstufen-Automatik, die unauffällig die Gänge sortiert. Und wer es auf die Spitze treiben wollte, könnte mit dem 2,2-Tonnen-Schiff bis auf 220 km/h beschleunigen.

Selbst dann, so scheint es zumindest bei moderaterem Tempo, sollten weder Fahrwerk noch Nerven des Fahrers auf die Probe gestellt werden. Dank eines Radstandes von mehr als drei Metern federt der Mercedes souverän und wirkt trotzdem in engen Kurven bemerkenswert gelassen. Vor allem im Blick auf die schrankwandähnliche Höhe von fast zwei Metern ist das sehr beeindruckend. Die V-Klasse ist viel mehr Pkw als Lastentier. Dieses Gefühl untermalen auch die Anmutung des hochwertig dekorierten Armaturenbereichs, die Sitzposition und die Lenkradstellung, die weit weg von einer Lieferwagen-Atmosphäre ist.

Schnittiger Wendekreis

Wer sich einen Van kauft, will vor allem Variabilität. Die Sitze müssen verschiebbar und herauszunehmen sein. Geschieht dies bei der V-Klasse, bietet sich der enorme Raum von theoretisch 4630 Litern an Volumen. Oder anders ausgedrückt: ein mobiles Zimmer.

In der luxuriösen Ausstattungslinie Avantgarde Edition sind die sechs Einzelsitze mit Nappaleder bezogen. Ihre Lehnen lassen sich umklappen. Und selbst, wenn der Mercedes voll besetzt ist, braucht sich niemand mit dem Gepäck einschränken.

Wer nicht im Linienbetrieb tätig ist, könnte eher nicht auf die Idee kommen, sich die mehr als fünf Meter lange V-Klasse als Stadtfahrzeug zu kaufen. Derartig lange Parklücken sind wirklich nicht unbedingt weit gesät, allerdings helfen die präzise Lenkung und der schnittige Wendekreis von 11,8 Metern durchaus im Großstadtgewühl.

Im Testwagen schlägt auch das Herz des neuen Multimediasystems von Daimler mit dem Namen MBUX. Über das Sieben-Zoll-Touchdisplay stehen unter anderem Bluetooth 4.0 mit Audio-Streaming und Freisprechfunktion, ein USB-C-Anschluss sowie ein WLAN/WIFI-Hotspot3 zur Verfügung. Und wer damit nicht gleich klar kommt, kann alles in der digitalen Betriebsanleitung nachlesen.

Tja, zum Schluss geht’s ans Eingemachte, sprich das Bankkonto. Das muss extrem gut gefüllt sein, denn die V-Klasse ist schlichtweg hochpreisig. Selbst das Einstiegsmodell mit 163 PS-Diesel kostet schon mehr als 50 000 Euro. Sehr viel Geld – für sehr viel Auto.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto