Seite 1 - MM

Reinschauen lohnt sich!

Archivartikel

Unterschätzte Serien III: Norwegische Millitärserie und belgischer Drogenkrimi garantieren Spannung

Manchmal hat man das Gefühl, alle reden immer über nur dieselben Serien. Genau deshalb hat es sich die Redaktion zur Aufgabe gemacht, an dieser Stelle die nicht so bekannten Werke in den Fokus zu rücken. Dieses Mal gibt es Spannung aus dem belgischen Drogenmilieu sowie eine Serie, in der ein Soldat auch fernab des Schlachtfelds zwischen die Fronten gerät.

„Nobel“

Das norwegische Mitglied einer Spezialeinheit, Erling Riiser (Aksel Hennie), kommt aus Afghanistan in sein Heimatland zurück: Dort beginnt die Konfrontation mit komplexen politischen – aber auch persönlichen – Ereignissen. Schon am Anfang ist der Familienvater und Soldat gefangen zwischen zwei Welten, die kollidieren: In einer Szene sitzt er im Camp der norwegischen Spezialkräfte in Afghanistan und hält per Skype Kontakt zu seinem zehn Jahre alten Sohn. Es sind typische Vater-Sohn-Alltagsgespräche, die die beiden austauschen. Doch der Junge äußert seine Ängste. Soldat Erling beruhigt sein Kind. Kurz darauf befindet er sich inmitten eines Anti-Terror-Einsatzes auf einem Marktplatz.

Er verhindert einen geplanten Selbstmordanschlag, indem er den Attentäter tötet: Es ist ein Junge, etwa im Alter seines Sohnes. Als Erling später zum Fronturlaub heimkehrt, erwartet ihn bei seiner Familie keine Entspannung: Seine Frau Johanne arbeitet mit viel diplomatischem Geschick in hoher Position für den norwegischen Außenminister. Erlings Erlebnisse im Krieg und die politische Arbeit seiner Ehefrau scheinen sich stark zu beeinflussen. Spannung ist bei dieser Netflix-Serie garantiert.

Aber auch Tiefgang, denn „Nobel“ beschäftigt sich mit moralischen Themen rund um Gewalt, Frieden und militärischer Konfliktlösung. Der Titel der Serie kommt im Übrigen nicht von ungefähr: Die zwielichtige Vorsitzende des Nobelpreiskomitees und ihre Interessen spielen im Serienverlauf eine tragende Rolle.

„Undercover“

Für Pillenproduzent und Dealer Ferry Bouman (Frank Lammers) ist die belgische Provinz Limburg das „Kolumbien des Ecstasy“. In der zehnteiligen ZDF-Mediathek-Serie „Undercover“ gerät der Drogenbaron in den Fokus verdeckter Ermittler.

Unscheinbar und vermeintlich unbeobachtet verbringt Bouman die Wochenenden mit seiner Frau Danielle auf einem Campingplatz in der belgischen Provinz Limburg. Er ahnt nicht, dass seine neuen Nachbarn die Undercover-Agenten Bob (Tom Waes) und Kim (Anna Drijver) sind. Die beiden geben sich als frisch verliebtes Paar Anouk und Peter aus.

Im Visier der Polizisten sind auch Boumans Vertrauter John Zwart und Johns Schwiegersohn Jurgen Van Kamp, ein gescheiterter Kickboxer mit Aggressionsstörung. Im Laufe der Zeit lässt Bouman dann seine neuen Nachbarn zwar immer näher an sich heran, aber niemals würde er sich ganz in die Karten schauen lassen. Misstrauen gehört zu seinem Geschäft, und so bemerkt er frühzeitig, dass sein diskretes Businessmodell ins Wanken gerät.

Während er mit immer größerer Vorsicht seine Geschäfte abwickelt, bringen sich die beiden Undercover-Agenten zunehmend in Lebensgefahr. Denn zur Wahrung seiner Interessen ist Bouman jederzeit bereit, über Leichen zu gehen... In der ZDF-Mediathek sind alle Folgen kostenlos verfügbar.