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Schwetzinger einer von 555 Teilnehmern: Carlos (27) startet beim „Weißen Rausch“

Wenn am kommenden Sonntagnachmittag die Skilifte in St. Anton am Arlberg schließen, starten 555 Unerschrockene aus der ganzen Welt erst richtig durch: Der 21. April gehört den Ehrgeizigen, den Mutigen, den ganz Harten auf den Ski – denn dann startet in dem legendären österreichischen Wintersportmekka das Kultrennen „Der Weiße Rausch“. Vom höchsten Gipfel, der Valluga (2811 Meter), geht’s auf unpräparierter Strecke ins Tal. Bei dem Jedermann-Rennen, für das die Startplätze schnell vergriffen sind, ist auch Carlos aus Schwetzingen mit dabei – für ihn eine Premiere. Unsere Zeitung trifft den 27-Jährigen in St. Anton, wo er seit Jahren mit der Familie Urlaub macht.

„St. Anton habe ich mit eineinhalb Jahren aus der Rucksackperspektive kennengelernt. Mein Papa, ein ehemaliger Skilehrer – allerdings nicht beim Skiclub Arlberg – und passionierter Arlberg-Fan aus Heidelberg, hatte mich damals einfach auf seinem Rücken eingepackt. Heutzutage undenkbar, aber es war wohl ein Riesenspaß für uns zwei“, erzählt Carlos, der seither regelmäßig in die Tiroler Urlaubsregion kommt – auch von Berufs wegen.

„Fast jedes Jahr habe ich ein bisschen mehr St. Anton erfahren, vor allem auf eigenen Ski, aber auch große Events wie das Abfahrtsrennen zum Saisonfinale, ‚Der Weiße Rausch‘. Ehrfürchtig haben wir als Zuschauer im Tal die entkräfteten Wintersportler in schrillen Outfits über die letzten Hürden fallen sehen. Papa sagte immer: ‚Wer da mitfährt, muss ein bisschen wahnsinnig sein.‘ Mal schauen, wie viel Wahnsinn in mir steckt, wenn ich am 21. April endlich selbst zu den 555 Teilnehmern gehöre. Vielleicht treten wir 2020 sogar zu zweit noch mal an. Ich bin auf jeden Fall schon unheimlich aufgeregt und freue mich auf die Wahnsinnserfahrung.“

Zum „Weißen Rausch“ muss man wissen: Selbst erfahrene Abfahrtsläufer stoßen beim vielleicht legendärsten Abfahrtsrennen im Alpenraum an ihre Grenzen. Schon die richtige Position beim Massenstart entscheidet über wertvolle Sekunden, bevor der tückische Zwischenaufstieg am Schmerzensberg die Lungen brennen lässt. Spätestens auf der Kandahar-Abfahrt glühen dann auch dem robustesten Skicrack die Oberschenkel.

Knapp acht Minuten benötigen die Schnellsten für die neun Kilometer und 1300 Höhenmeter. Übrigens: „Der Weiße Rausch“ ist die erste Disziplin des alpinen Triathlons „Arlberg Adler“. Um die begehrte Sieger-Trophäe im Spätsommer 2019 in Händen zu halten, müssen beim Halbmarathon Arlberger Jakobilauf am Samstag, 27. Juli, und beim Arlberger Bike-Marathon am Samstag, 24. August, noch einmal alle Kraftreserven abgerufen werden. kaba