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Naturpark Hohe Tauern Im Sommer locken 120 bewirtschaftete Hütten Wanderer und Familien an

Sehnsuchtsort Alm

Archivartikel

Mittersill.Für viele Menschen auch in Deutschland ist der Almsommer in den österreichischen Bergen die allerschönste Zeit im Jahr. Gerade in einer solch unbeständigen Phase wie derzeit sehnen sich die Menschen nach schönen Dingen im Leben, nach Beständigkeit und Idylle. Genau das finden sie in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern.

Dort treffen Wanderer, Familien und Naturliebhaber auf 120 bewirtschaftete Almen. Die Alm ist ein uralter Kulturraum, der dank engagierter und traditionsbewusster Bauern bis heute in all seiner Schönheit erhalten geblieben ist. Ein Großteil der Milch der rund 1300 Kühe, die neben Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden den Sommer auf den Almen im Nationalpark verbringen, wird direkt vor Ort weiterverarbeitet: Zu Käse, Butter oder Mehlspeisen – alles davon händisch, oft sogar ohne Strom. Und somit ist eine Wanderung im Salzburger Almsommer auch immer ein kulinarischer Spaziergang durch die heimische Schmankerlküche.

Von der Alm bekommt man einfach nie genug: Da geht es den Bauern und den Sennleuten genauso wie den Wanderern. Wenn im Juni auch die höher gelegenen Wiesen schneefrei sind und die Tiere ihr Sommerquartier beziehen können, werden die Hütten voll Vorfreude und Stolz geöffnet: Der Winter wird aus allen Ecken gekehrt, die Betten gelüftet, die Ställe gesäubert.

Einen spannenden Auftakt stellt am 27. Juni 2020 der „Rauriser Hengstauftrieb“ dar: Dann fechten die massiven Noriker-Hengste unter großem Publikumsjubel die Rangordnung aus, die den Sommer über auf den Weiden herrschen wird.

Kurze Wege mit dem Wandertaxi

Rund drei Monate dauert der Salzburger Almsommer in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. Und diese kurze, aber unvergleichlich schöne Jahreszeit hat eine magische Anziehungskraft auf alle, die die Ruhe der Berge, das Urtümliche und Ursprüngliche, das Echte und Unverfälschte lieben. Auf den Almen ticken die Uhren anders: Der Alltag ist weit weg, die Natur gibt den Rhythmus vor und das Handy schweigt. Der Salzburger Almsommer zeichnet sich im Nationalpark Hohe Tauern auch durch wunderbare Tierbegegnungen aus: 340 Pferde, 7000 Rinder sowie 7600 Schafe und Ziegen verbringen den Sommer auf den Almen. Hinzu kommen zahlreiche Wildtiere, die man oft schon auf dem Weg oder hinter den Hütten beobachten kann: Vom kleinen Feuer- oder Alpensalamander über Spechte und Alder bis hin zu Murmeltieren und Gämsen.

Die Almhütten im Nationalpark Hohe Tauern sind einander zwar in vielen Dingen ähnlich, doch auch ganz unterschiedlich: die einen uralt, die anderen neu erbaut. Auf einigen kann man übernachten, auf allen tagsüber einkehren. Viele liegen – ebenso wie das Krimmler oder Rauriser Tauernhaus – an uralten Saum- und Handelswegen, die einst eine wichtige Nord-Süd-Verbindung über die Hohen Tauern darstellten. Die meisten Almen sind innerhalb von ein bis zwei Stunden Gehzeit erreichbar, viele auch kinderwagentauglich. Da die 13 Nationalparktäler für den Autoverkehr gesperrt sind, bringen die praktischen Täler- beziehungsweise Wandertaxis Wanderer bis zu den Hütten und Almen. Dadurch verkürzt sich die Gehzeit enorm. Die Nutzung der Taxis ist in der kostenlosen „Nationalpark Sommercard“ inkludiert. mk