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Im Test Der Plug-in-Hybrid im Kia Ceed Sportswagon überzeugt mit großer Reichweite und ruhigem Gleiten durch die Stadt

Sparsam und extrem hochwertig

Archivartikel

Mannheim.Der Kombi hat es zurzeit nicht einfach. Er führt neben den sich fast explosionsartig vermehrenden SUV-Modellen in allen Größen fast schon ein Schattendasein – und das nur, weil er eben nicht hochbeinig daherkommt. Dabei schlucken selbst Kompakt-Modelle ordentlich Ballast weg, wenn es mal sein muss. So wie auch der Kia Ceed Sportswagon. Für das gute Gewissen gibt es ihn auch mit Plug-in-Hybridantrieb.

Die Kombination aus Verbrennermotor und Elektroantrieb, der sich an einer Steckdose laden lässt, ist dann sicherlich auch die Gutes-Gewissen-Variante mit der höchsten Alltagstauglichkeit. Wer viel in der Stadt unterwegs ist und zu Hause eine Wallbox oder zumindest eine Haushaltssteckdose in Reichweite hat, gleitet lautlos und elektrisch angetrieben dahin – bis zu 60 Kilometer weit.

Wenn die Lichter der City verschwinden, schaltet sich automatisch der Verbrennermotor zu und verhilft dem Ceed zu einer anständigen Reichweite von fast 700 Kilometern. Ohne der ständigen Angst im Nacken, irgendwo ohne Strom dazustehen oder keine freie Ladestation zu erwischen.

Insgesamt mobilisieren die beiden Aggregate 141 PS. Das lässt Rennfahrer sicherlich nicht blass werden, aber vor allem im Zwischenspurt drückt der Kia schön nach vorne. Sehr harmonisch arbeitet das Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe, weitaus weniger ruckelig und viel zielsicherer, als das so mancher Konkurrent bietet.

Geräuschdämmung herausragend

Die Straßenlage und Federung sind für einen Familienkombi angemessen. Der Ceed bleibt in Kurven sehr lange stabil, schiebt etwas über die Vorderräder und animiert durch sein softes Fahrwerk eher zum Cruisen. Auch das sorgt am Ende dafür, dass der Kombi beim Testverbrauch unter der Fünf-Liter-Marke blieb. Der 8,9-kW-Akku lässt sich an einer 240-Volt-Ladestation mit 3,3 kWh in zweidreiviertel Stunden aufladen.

Herausragend für einen Kompakten ist die Geräuschdämmung. Elektrisch unterwegs hört man gar nichts, schaltet sich der Verbrenner zu, tut er dies unter leichtem Brummen. Straßen- und Windgeräusche filtert der Ceed einfach raus. Hier wurde ordentlich an Türdichtungen, Isolierungen und den Materialien gefeilt. Apropos Materialien: Auch sie stechen durch Hochwertigkeit hervor, sind bestens verarbeitet. Im Koreaner herrscht mehr Premium als in manchem Fahrzeug, das sich gerne so nennt.

Der Kia Ceed ist von Natur aus sehr umfangreich ausgestattet. Somit ist es schwierig, die 40 000 Euro-Schallmauer zu durchbrechen, die eine maximale Förderung für Plug-in-Hybride zunichtemachen würde. Für den Testwagen würden dadurch vom Staat und Hersteller insgesamt rund 8000 Euro übernommen werden. Kia schließt übrigens in seine Sieben-Jahre-Kia-Herstellergarantie auch die Batterie mit ein.

Was bleibt als Fazit? Der Kia Ceed Sportswagon ist vielleicht nicht der coolste und schönste Vertreter der Autowelt, überzeugt aber als solider und sparsamer Alltagsbegleiter, der auch ordentlich Gepäck wegstecken kann. Und das alleine macht ihn schon sehr charmant.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto