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Lützelsachen/Heddesheim Einspruch der TSG nach angeblichen Fan-Pöbeleiern bei A-Jugend-Begegnung zurückgewiesen

Sportgericht gibt Fortuna recht

Archivartikel

Die Entscheidung fiel eindeutig aus: Mit Urteil vom 16. April hat das Kreissportgericht Mannheim des badischen Fußballverbandes den Einspruch der TSG Lützelsachsen gegen das Kreisliga-Spiel der A-Junioren gegen die JSG Fortuna Heddesheim/FV 03 Ladenburg (3:4) am 6. April als „unbegründet“ zurückgewiesen.

Den Einspruch hatten die Lützelsachsener Fußballer damit begründet, dass das Spiel unter massiver Bedrohung der Spieler Lützelsachsen stattgefunden habe (wir haben berichtet). Das Sportgericht sieht das anders. Maßgebend für das Urteil war die Aussage des Schiedsrichters. „Dieser erklärte, dass ihm während des Spiels und danach überhaupt nichts aufgefallen sei. Er könne nichts Negatives berichten“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Die TSG Lützelsachsen hatte dem Verband allerdings folgendes geschildert: „Mehrere junge Erwachsene seien mit lautem Gejohle und Drohgebärden auf das Vereinsgelände Lützelsachsens gekommen. Sie hätten beispielsweise gefragt, ob sie jemandem die Nase brechen sollen und andere Unartigkeiten. Auch seien von Seiten der Ersatzbank des Gegners Beschimpfungen zu hören gewesen sein.“ Der Schiedsrichter habe jedoch in seinem Spielbericht „nicht eine aggressive Handlung eines Heddesheimer Spielers vermerkt“, heißt es weiter.

Vorausgegangen war – auch das erwähnt die Kammer im Urteil – offenbar ein Streit vor dem Café Central im Februar. Die Kammer schreibt dazu: „Grund für die Animositäten soll ein Vorfall vor einigen Wochen gewesen sein, wobei dem Torhüter der TSG 91/09 Lützelsachsen ein Faustschlag des Ersatztorhüters der JSG Fortuna Heddesheim/FV 03 Ladenburg versetzt worden sein soll.“

Über Risikopartie nicht informiert

Die Heddesheimer gehen nun in die Offensive: „Der FV Fortuna Heddesheim war weder vor, während, noch nach dem Spiel von einem sogenannten ,Risikospiel‘ in Kenntnis gesetzt worden. Sollte ein solch außergewöhnlicher Fall eintreten, besteht selbstverständlich immer die Möglichkeit, sich vor dem Spiel mit dem verantwortlichen Trainer oder auch der Jugendleitung zusammenzusetzen und den Badischen Fußballverband einzubinden“, heißt es in einer Pressemitteilung, die Heddesheim im Zusammenhang mit dem Urteil des Sportgerichts veröffentlicht hat. Von Seiten der TSG Lützelsachsen sei zu keiner Zeit ein Versuch erfolgt, die Probleme aus der Welt zu schaffen. „Dies halten wir, wenn es denn so eine angespannte Lage gewesen sein soll, für unverantwortlich“.

Überdies ärgert sich die Fortuna darüber, dass sie erst durch die Nachfragen dieser Zeitung davon erfahren hat. „Wir pflegen Probleme miteinander zu lösen und nicht im Nachgang übereinander zu reden, schon gar nicht presseöffentlich.“ Es sei nun der Eindruck entstanden, dass es in der Heddesheimer A-Jugend erhebliche Probleme und Gewaltpotenzial vorherrschen. Außerdem würden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen „öffentlich in eine Schublade gesteckt und bloßgestellt“. Inzwischen habe es zwar Telefongespräche zwischen den Verantwortlichen der beiden Vereine gegeben. „Leider zeigte man sich von Seiten der TSG Lützelsachsen nicht einsichtig“, heißt es weiter. Die Redaktion war durch eine Pressemitteilung der TSG Lützelsachsen auf die Vorkommnisse im Spiel aufmerksam geworden. In diesem Bericht heißt es wörtlich: „Nach den Vorfällen im Februar rund um die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Rahmen einer Stufenparty war zu befürchten, dass das Spiel unter schwierigen Umständen stattfinden wird. Unsere Spieler und Eltern waren informiert, viele Offizielle des Vereins vor Ort. Leider schienen sich die Befürchtungen zu bewahrheiten als kurz nach Anpfiff mehrere Heddesheimer ,Fans‘ lautstark vor dem Vereinsgelände vorfuhren.“

Spieler fühlten sich bedroht

Weiter schrieb die TSG Lützelsachsen: „In der zweiten Halbzeit wurde der Ton von außen und das Spiel selber leider immer aggressiver. Unsere Spieler fühlten sich mit Hinweisen auf die Februarereignisse zunehmend bedroht.“ Die Ermittlungen der Polizei im Zusammenhang mit der Schlägerei im Umfeld des Café Central dauern noch an. vmr