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Weinheim Blütenpracht soll Insekten ernähren / Kampf gegen „Steingärten“

Stadtgärtner lassen Blumen für die Bienen sprießen

Die Stadt Weinheim tischt für ihre Insekten auf. Das Grünflächen- und Umweltamt der Stadt hat im Frühjahr an einigen Straßen, Wegen und Plätzen im Stadtgebiet Blumenwiesen gesät, die das Stadtbild in diesen Tagen an einigen Stellen in eine blühende Landschaft verwandeln sollen. „In der Woche nach Pfingsten dürfte der erste Höhepunkt der Blühphase erreicht werden“, schätzt Thomas Keil, Gartenbaumeister im Grünflächenamt. Dann könnte man das Brummen der Bienen und Hummeln zwischen den Blumen hören können.

Von nun an bis in den Herbst sollen an diesen Stellen je nach Jahresphase immer wieder Blumen blühen und von den Stadtgärtnern auch unberührt gelassen werden. Für Gartenbauexperten wie Thomas Keil haben solche Blumenwiesen natürlich mehr als nur eine optische Bedeutung. Sie bieten Raum und Nahrung für Insekten - in erster Linie für Bienen. „Wir haben durch eine Verödung von Hausgärten mit dem öffentlichen Grün immer mehr auszugleichen“, beschreibt er. Zum Beispiel verzichten immer mehr Hausbesitzer auf Hecken zur Abgrenzung ihres Grundstückes, beobachtet er.

In Neubaugebieten seien Gitterzäune die Regel, im schlimmsten Fall geben sie den Blick frei auf eine Art Schotterlandschaft, die sich wie zum Hohn „Steingarten“ nennt. „Von einem Garten kann dabei natürlich keine Rede sein“, erklärt Keil. Im Rathaus, angestoßen von Bürgermeister Torsten Fetzner, gibt es erste Überlegungen, gegen solche pflanzenlosen Gärten auch rechtliche Schritte zu prüfen.

Denn dadurch nehmen die Brutstätten für Vögel immer mehr ab. Deshalb achten die städtischen Gärtner unter anderem darauf, dass die Blumenwiesen jetzt auch in der Nähe von Hecken oder dichtgewachsenen Baumreihen entstehen und die Insekten wiederum als Nahrung für Vögel dienen können. „Die Stadt will mit dieser neuen Art der Straßenbegrünung mit gutem Beispiel vorangehen und die Hausbesitzer möglichst zur Nachahmung motivieren“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. whm