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Stangenweise Genuss

Frisch aus dem Hofladen: Landwirte bieten frischen Spargel und passende Beilagen an

Es ist das, was den Frühling so schmackhaft macht: der Spargel, der nun rund um Schwetzingen und Hockenheim gestochen wird. Die ersten warmen Temperaturen haben den Pflanzen gutgetan. Landwirte, die auf Folie setzen, holen die Stangen bereits seit Anfang März von den Feldern.

In Schwetzingen, wo der Spargel traditionsgemäß unter freiem Himmel wächst, ist die Erntesaison mit Beginn des Monats gestartet. Die ersten Stangen, die ihr Köpfchen aus der Erde strecken, sind gefragt, auch bei den Spargelbauern und ihren Familien, die sich die erste Portion des royalen Gemüses besonders munden lassen.

„Noch sind die Mengen überschaubar“, erklärt Ulli Renkert vom gleichnamigen Spargelhof und verweist auf die Temperaturen in der Nacht, die zwar für Mitte April angemessen sind, aber noch weiter steigen müssen, damit sich die Spargelpflanze so richtig wohlfühlt. 10 bis 15 Grad sind für das Spargelwachstum ideal.

Ernte ist noch überschaubar

Dann reifen die Stangen schneller heran und können bis zu sieben Zentimeter am Tag wachsen. Ist das der Fall, geht es bereits früh am Morgen hinaus auf das Feld und am Nachmittag ein zweites Mal. Noch ist es dafür aber zu kühl, doch in den kommenden Tagen soll es wärmer werden, was der Ernte einen gehörigen Schub geben sollte.

Bei Landwirt Christian Gieser und Sabrina Moras aus Oftersheim hat die Erntesaison ebenfalls begonnen. Die eher kühlen Temperaturen finden sie passend. „Das ist besser, als wenn es zu warm ist wie im vergangenen Jahr“, erklärt Christian Gieser. Zeigt das Thermometer permanent 20 Grad und mehr an, wächst die Pflanze zu rasant und kann sich dabei verausgaben. Und auch vermarktungstechnisch sei es besser, wenn die Mengen nicht schlagartig ansteigen, meint der Spargelbauer.

Erntehelfer auf Abruf

Die Erntehelfer stehen bereits in den Startlöchern für den Zeitpunkt, wenn die Spargelsaison so richtig auf Touren kommt. Viele Höfe haben ihre Erntehelfer bereits willkommen geheißen, bei anderen stehen die Mitarbeiter auf Abruf und reisen an, sobald die Stangen zweimal am Tag gestochen werden müssen.

Momentan ist es noch ausreichend, wenn die Spargelfelder einmal am Tag abgelaufen werden. Dabei wird jede Stange gestochen, die durch den Sandboden zu sehen ist. Der große Vorteil des Sandbodens ist, dass er sich schneller erwärmt, was das Wachstum der Pflanze antreibt.

Angeboten wird das royale Gemüse in den Hofläden, die nun allesamt geöffnet sind. Wer sich rund um Schwetzingen auf den Weg macht, kommt am besten schon vormittags vorbei, denn so lange die Ernte noch nicht auf Hochtouren läuft, kann das Angebot am Nachmittag auch mal knapper ausfallen.

Zum Spargel, der in vielen Hofläden auch geschält angeboten wird, gibt es die passenden Beilagen – unter anderem bei der Familie Spilger, die ihren Kunden auch Schinken und neue Kartoffeln sowie Soße Hollandaise anbietet.

Neben dem Spargel sind in vielen Hofläden auch allerhand andere Erzeugnisse zu finden, schließlich beginnt mit dem Spargel die Gemüsesaison. Frischer Salat, aber auch Lauchzwiebel, Radieschen, Rhabarber und anderes finden nach und nach den Weg in die Hofläden.

In Hockenheim bei Walter Großhans werden die Spargel unter Folie gezogen. Dadurch erwärmt sich die Erde schneller und der Spargel kann frühzeitiger geerntet werden. „Seit dem 3. März stechen wir Spargel. Wir sind bereits mitten in der Saison“, erklärte Walter Großhans. Freilanderdbeeren hat er etwa ab Mitte Mai im Sortiment, Kartoffeln werden ebenso angeboten. cat/caz