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SV Sandhausen Noch ohne Trikotsponsor / Sieben Spieler sollen den Verein bis zum Ende der Transferperiode verlassen

Steigerung in der eigenen Hand

Archivartikel

„Umbruch“ ist ein großes Wort. Beim SV Sandhausen kennt man sich damit aufgrund der Vorjahre zur Genüge aus. In dieser Saison fallen die Veränderungen aber bislang noch nicht so gravierend aus. Das kann sich noch ändern, denn Mikayil Kabaca, der Sportliche Leiter des SVS, hatte erst kürzlich bekanntgegeben, sich von sieben Spielern bis zum Saisonauftakt noch trennen zu wollen – darunter überraschenderweise auch von Ivan Paurevic, Philip Türpitz, Marlon Frey und Besar Halimi. Dabei ist es durchaus nachvollziehbar, dass die Verantwortlichen den 30 Mann umfassenden Kader noch einmal verkleinern möchten.

Kabaca sagt: „Wir stehen zu den Verträgen, die die Spieler bei uns unterschrieben haben. Sie sind ins Mannschaftstraining so lange integriert, bis sie einen neuen Verein gefunden haben.“ Im Trainingsalltag gibt es also keine Einschränkungen. Bei den Testspielen sieht es dagegen anders aus. Da werden die meisten Kandidaten nicht mehr auf ihre gewünschte Spielzeit kommen.

Ruhe auf dem Transfermarkt

Die Corona-bedingte Verlängerung des Transferfensters macht Kabaca und Koschinat bei den personellen Planungen aber einen Strich durch die Rechnung. Der Sportliche Leiter erklärt: „Auf dem Markt tut sich aktuell wenig. Ich weiß nicht, woran das liegt. Wir hoffen aber trotzdem, dass uns der eine oder andere Spieler noch im August verlassen wird. Es kann aber auch sein, dass sich diese Wechselspiele noch bis in den späten September hinziehen werden.“

Auf der anderen Seite verpflichtete der SVS namhafte Spieler wie den früheren Champions-League-Sieger Diego Contento, den Kabaca als Nachfolger von Leistungsträger Leart Paqarada präsentierte. Darüber hinaus befeuert Daniel Keita-Ruel den Konkurrenzkampf in der Offensive, und im Mittelfeld kamen mit Nikolas Nartey und Anas Ouahim zwei Spieler, die das Tempospiel forcieren sollen. Um die Mannschaftsteile zu komplettieren, stößt auch Nils Röseler dazu. Er ist Innenverteidiger.

Während der Kader also mehr und mehr Konturen annimmt, ist die Brust der Profis noch blank. Ob aus diesem Grund der Media-Day, bei dem das offizielle Mannschaftsfoto normalerweise geschossen wird, abgesagt wurde, ist nicht bekannt. Ebenso wenig ist übermittelt, wie es um die Verhandlungen bezüglich des neuen Trikotsponsors steht. Im Vorjahr präsentierte sich der Online-Wettanbieter „Sunmaker“ bei vielen Vereinen in der zweiten und dritten Liga. In diesem Jahr scheinen die Clubs noch abwarten zu müssen.

Das ist aber nicht die Baustelle von Kabaca und Koschinat. Sie haben die Spieler erst einmal in ein einwöchiges Heimtraining geschickt. Weiter geht die Vorbereitung dann am 31. August. Bevor es am 18. September mit einem Heimspiel gegen Darmstadt 98 in der Liga losgeht, steht noch eine Menge Arbeit auf dem Programm.

Das Ziel des SVS ist es, in dieser Saison den nächsten Schritt zu machen. Mittelfristig möchte Koschinat das Team „unter den besten 25 Mannschaften Deutschlands“ etablieren. Ein Muss ist das in dieser Saison noch nicht, aber nachdem fast alle Leistungsträger gehalten werden konnten, ist eine Steigerung zur Vorsaison nicht auszuschließen. mjw