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Archivartikel

„How To Sell Drugs Online (Fast)“: Neue Netflix-Serie über 17-Jährigen, der Drogen aus dem Kinderzimmer verkauft

Als „Kinderzimmer-Dealer“ sorgte Maximilian S. 2015 für Schlagzeilen: Insgesamt 914 Kilogramm Drogen soll der damals 20-Jährige in eineinhalb Jahren verkauft haben – über einen Onlineshop, den er von seinem Kinderzimmer aus leitete. Dem überführten Dealer brachten seine Vergehen eine Strafe von sieben Jahren Jugendhaft ein. Und Philipp Käßbohrer sowie Matthias Murmann von der Kölner Bildundtonfabrik, die unter anderem das mit dem Grimmepreis gekrönten Format „Neo Magazin Royale“ produziert, eine Serienidee: „How To Sell Drugs Online (Fast)“, gedreht von „Tatort“-Profi Lars Montag und „Stromberg“-Regisseur Arne Feldhusen, startet am 31. Mai auf Netflix.

Musik von Get Well Soon

Der Mannheimer Musiker Konstantin Gropper schrieb und produzierte den Soundtrack der Serie. Gropper ist Sänger und Kopf des Indie-Pop-Projekts Get Well Soon. Er hat bereits bei den Soundtracks von Wim Wenders’ „Palermo Shooting“ (2008) und Detlev Bucks „Same Same But Different“ (2010) mitgewirkt.

Wie ein kriminelles Genie sieht Moritz (Maximilian Mundt, „Radio Heimat“) nicht gerade aus. Der 17-Jährige wirkt eher „wie jemand, der in seinem ganzen Leben noch nie Spaß hatte“, wie es Buba (Bjarne Mädel, „Der Tatortreiniger“), ein echter Dealer, formuliert. Und eigentlich hatte Moritz mit Drogen nichts zu schaffen: Das Online-Shop-System, das er und sein todkranker bester Freund Lenny (Danilo Kamperidis) programmiert haben, sollte eigentlich Gamern anonym helfen. So lautete der Plan zumindest, bis Moritz’ Freundin Lisa (Lena Klenke, „Fack ju Göhte“) kein Interesse mehr an Moritz, dafür aber an Partydrogen zeigte. Und an dem durchtrainierten, reichen Schuldealer Dan (Damian Hardung, „Club der roten Bänder“).

Die Serie soll die betreffende Generation und ihre Eltern ansprechen, „die Kids unterhalten und die Eltern erschrecken“, wie es Käßbohrer und Murmann im US-Filmfachblatt „Variety“ formulierten. Und das gelingt ziemlich gut. „How To Sell Drugs Online (Fast)“ mag manchmal recht sarkastisch auf die abgebildete Generation blicken, nimmt sie aber ernst. Das Autorenteam um Käßbohrer versteht es, den nach 1990 geborenen Zuschauern zu vermitteln, wie das Darknet funktioniert und warum es den ultimativen Vertrauensbruch darstellt, sich in das Facebook-Profil seiner Freundin einzuloggen. Es gelingt ihm auch, die Handlung und die Figuren verständlich und interessant zu machen. Es scheint realistisch, dass die Serie international ähnlich gut angenommen wird wie die gar nicht so artfremden Netflix-Kollegen „Sex Education“. tsch