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Roman

Susan Hill schreibt „Stummes Echo“

Eine komplexe Geschichte um die Wirkung von Erinnerungen erzählt die Britin Susan Hill in ihrem kurzen Roman „Stummes Echo“. Schauplatz der Handlung ist ein einsam gelegener Bauernhof im Norden Englands. Hier erleben vier Geschwister eine harte Kindheit. Zwei der Kinder bleiben in der Heimat, und eine Tochter kehrt nach einem Jahr an der Universität mit psychischen Problemen nach Hause zurück. Nur ein Sohn bleibt in der Fremde und macht Karriere als Journalist in London. Dann veröffentlicht er ein Buch, in dem er sich als Opfer einer schlimmen Kindheit darstellt und alle Beteiligten bei ihren echten Namen nennt.

Für die Geschwister stellt sich die Frage, wie sie mit diesen Erinnerungen umgehen sollen. Stimmen die Erinnerungen des Bruders mit ihren eigenen überein, und was bedeutet das für ihr Selbstbild? Susan Hill spielt geschickt die unterschiedlichen Erinnerungen gegeneinander aus, so dass für die Leser bis zum Schluss unklar bleibt, wer sich welche Erinnerungen ausgedacht hat. (Kampa Verlag, 165 S., 18 Euro) dpa