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Sachbuch Anna Goldenbergs „Versteckte Jahre“

Text über Zeitzeugen der Schoah

Archivartikel

Zeitzeugen des Holocaust gibt es immer weniger. Dafür begeben sich vermehrt Nachkommen auf die Spuren ihrer jüdischen Vorfahren.

Die österreichische Journalistin Anna Goldenberg hat jetzt ein bemerkenswertes Buch über ihren Großvater Hansi Bustin geschrieben, der als Jugendlicher während der Nazizeit jahrelang von einem Arzt in Wien versteckt wurde und so überlebte. An dieser Geschichte, die Goldenberg in einer großen Reportage erzählt, ist einiges ungewöhnlich.

So war der Retter, der Kinderarzt Josef Feldner genannt Pepi, nur ein entfernter Bekannter der Familie. Warum tat der hilfsbereite und mutige Mann das und brachte sich so in Lebensgefahr?

Goldenberg beschreibt ihn als eine eigensinnige Persönlichkeit, die in kein Raster passte, einerseits gewissenhaft, dann wieder eine Spielernatur, vor allem aber war er ein unverwüstlicher Optimist.

Hommage an Lebensretter

Optimismus brauchte er auch, denn mit seinem Schützling stand er haarsträubende Situationen durch. So ist dieses Buch – das sich teilweise wie ein Krimi liest – eine Hommage an einen außergewöhnlichen Lebensretter.

Anna Goldenberg: „Versteckte Jahre. Der Mann, der meinen Großvater rettete“. Zsolnay, Wien. 192 Seiten, 20 Euro).