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Literatur

Thriller um den Ungarn-Aufstand

Im 30. Jahr des Mauerfalls erinnert Martin von Arndt in seinem atemberaubenden Politthriller „Sojus“ an den Aufstand in Ungarn 1956 – aber er schildert den blutigen Freiheitskampf als kompromisslose Straßenschlacht und nicht als Revolutionsromanze. Dazu nimmt der Autor einen langen, nie langweiligen Anlauf über Israel und die USA bis nach Würzburg.

„Sojus“ ist der Abschluss der dicht erzählten Trilogie über den Polizeikommissar Andreas Eckart. Wie in den anderen Eckart-Romanen verbindet Arndt spannend, stilsicher und klug historische Fakten mit den Erlebnissen seiner Helden. Wenn die Figuren durch den Untergrund von Budapest hasten, schimmert das Filmmeisterwerk „Der dritte Mann“ (1949) mit Orson Welles durch, mittendrin Eckart mit seinen Bleigedanken. Ein Antiheld am Ende. Oder am Anfang? (Martin von Arndt: „Sojus“. Verlag ars vivendi. 300 Seiten, 20 Euro). dpa