Seite 1 - MM

Weinheim Schau- und Sichtungsgarten meldet mit mehr als 180 000 Besuchern einen Rekord / Zahl der Führungen steigt auf 200

Tulpenblüte zieht Besucher magisch an

Archivartikel

Immer früher zeigt sich ein zarter grüner Flaum in den Vegetationsbereichen des Weinheimer Hermannshofs. Der Schau- und Sichtungsgarten meldete im vergangenen Jahr mit 8823 Besuchern einen neuen Februarrekord. Im März waren es bereits 20 886 Personen, die in der grünen Oase im Herzen der Stadt Erholung suchten und mit Handys und Fotoapparaten auf Motivjagd gingen. Unterm Strich meldet der Garten im vergangenen Jahr insgesamt 180 285 Besucher – Rekord!

Die meiste Zugkraft hat nach wie vor die Tulpenblüte in Verbindung mit der prachtvoll lila leuchtenden Glyzinie. Dieses Farbenspektakel ließ die Besucherzahl im April 2019 auf 50 238 hochschnellen. Auch die Zahl derjenigen, die bei einer Führung einiges erfahren wollen über Stauden, seltene Bäume und Gehölze, steigt. Die Anzahl der Führungen stieg um elf Prozent von 178 im Jahr 2018 auf 200 im vergangenen Jahr (4566 Teilnehmer).

Krokusse blühen immer früher

„Auffallend ist, dass die Saison mit der Krokusblüte tendenziell immer früher im Februar beginnt. So wird es voraussichtlich auch in diesem Jahr sein“, sagt Cassian Schmidt, der Leiter des Hermannshofes, und fügt hinzu: „Hier zeigen sich ganz deutlich die Auswirkungen des Klimawandels, und zwar insbesondere in dem relativ kurzen Zeitraum der vergangenen zehn Jahre.“

Immer wieder tauchen Filmteams im Schau- und Sichtungsgarten auf. Der SWR wird in den kommenden Monaten zu weiteren Aufnahmen für einen 90-minütigen Beitrag über „Die schönsten Parks und Gärten im Südwesten“ nach Weinheim kommen. Den Sendetermin konnte Cassian Schmidt noch nicht nennen.

Groß ist schon die Vorfreude des Gartenexperten, wenn er an den Juni denkt. Dann werden im Rahmen einer Master-Class rund 30 Fachleute für Gärten und Botanik aus England, Holland und Belgien nach Weinheim zu einem mehrtägigen Seminar ins Alte Rathaus kommen. Die Landschaftsarchitekten und -designer interessieren sich für die Entwicklung der Pflanzen bei nahezu mediterranen Bedingungen in Weinheim. Außerdem begutachten sie bei Fahrten in Nachbarstädte Beispiele für besonders pflegeleichte und auch im Sommer bei Hitzeperioden intakte Pflanzenkombinationen im öffentlichen Straßenraum.

Das Thema Klimawandel ist auch im Hermannshof auf der Agenda. Deutlich werden unter anderem Auswirkungen der zeitlich dichten Folge extremer Hitze- und Trockenperioden beispielsweise am Mammutbaum. Das Zweigsterben und der Pilzbefall des Baumriesen, der normalerweise in Hochlagen Kaliforniens kältere Temperaturen gewohnt ist, geben zu denken. „Dabei geht es unserem Mammutbaum im Hermannshof noch vergleichsweise gut gegenüber den Artgenossen im Exotenwald“, sagt Schmidt.

Trotz der derzeit jahreszeitlich gesehen warmen Temperaturen: So ganz traut man der Sache doch nicht, und deshalb bleibt die empfindliche große Myrte und manch anderes empfindliches Gehölz noch unter einem schützenden Vlies.