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Interview Alexander Dirks nennt fehlende Mentalität als Hauptgrund für Abstieg und siehtgute Chancen, vorne mitzuspielen

„Umbruch zwingend notwendig“

Die Abstiegssaison ist vergessen. Alexander Dirks (31) blickt nach vorne. Der Kapitän des SV 98 Schwetzingen traut seiner Mannschaft im Kampf um die Rückkehr in die Verbandsliga eine gute Rolle zu.

Die abgelaufene Saison verlief für den SV 98 Schwetzingen in sportlicher Hinsicht sehr bitter. Herr Dirks, wie haben Sie den Abstieg mittlerweile verdaut?

Alexander Dirks: Eigentlich sehr gut. Ich verschwende keinen Gedanken mehr an den Abstieg. Persönlich finde ich es natürlich sehr schade, dass uns deswegen einige wichtige Spieler verlassen haben. Ich bin positiv gestimmt, dass wir den Wiederaufstieg anpeilen können.

Woran lag es, dass es am Ende nicht mit dem Klassenerhalt geklappt hat?

Dirks: Bei einem Abstieg spielen viele Faktoren eine Rolle. Der in meinen Augen wohl elementarste Grund war die mangelnde Mentalität. Egal, ob in der Verbands- oder der Landesliga: Es muss uns bewusst sein, dass wir jeden Gegner schlagen können. Dies funktioniert aber nur mit der nötigen Einstellung und Einsatzbereitschaft. Beides hat uns leider viel zu häufig gefehlt.

Trainer Kevin Knödler, der Sportliche Leiter Matthias Mrosek und Präsident Rainer Zimmermann haben den Kader umgestaltet. Wie wichtig war der Umbruch?

Dirks: Gerade im Hinblick auf die von mir angesprochene Mentalität war ein solcher Umbruch zwingend notwendig, auch wenn ich natürlich gerne den einen oder anderen Mitspieler aus der vergangenen Runde weiter im Team gesehen hätte. Nichtsdestotrotz ist ein solcher Neuanfang der wohl richtige Schritt.

Richten wir den Blick nach vorne: Hinsichtlich der Derbys bietet die Landesliga mehr Brisanz. Welchen Reiz gibt die Spielklasse Ihnen, schließlich kennen Sie die Liga aus Ketscher, St. Illgener und Eppel-heimer Zeiten?

Dirks: Sicherlich birgt die Landesliga aufgrund der Derbys viele spannende Spiele. Persönlich freue ich mich natürlich auch gegen einige Ex-Clubs in dieser Liga antreten zu dürfen. Mein Ziel ist aber dennoch, nur ein Jahr in dieser Liga zu bleiben und im kommenden Jahr wieder in der Verbandsliga anzutreten – sollte ich dann noch weiter spielen.

Mit welchen Worten würden Sie Trainer Kevin Knödler und seine Arbeit beschreiben?

Dirks: Für Kevin ist Schwetzingen seine erste Trainerstation. Ich denke, dass er selbst erst in die Rolle des Trainers hineinwachsen musste. Er ist unheimlich akribisch und engagiert. Rückschlüsse, die er aus der vergangenen Rückrunde gezogen hat, setzt er in dieser Vorbereitung bereits um und geht viele Dinge anders an. Man merkt, dass er bereits höherklassig gespielt hat, was vielen Jungs von uns zugutekommt. Dazu hat er einen einwandfreien Charakter. Ich denke, der gesamte Verein kann sich glücklich schätzen, ihn als Trainer und Dominique als Co-Trainer zu haben.

Schwetzingen gehört – allein schon durch den großen Namen – zu den Mitfavoriten. Wie beurteilen Sie die Ausgangslage und wen zählen Sie zu den Favoriten?

Dirks: Da sich viele Vereine personell doch sehr verändert haben, ist dies schwer einzuschätzen. Neuenheim und St. Ilgen haben aufgerüstet. Auch Eppelheim kann eine gute Rolle spielen. Wenn wir vom großen Verletzungspech verschont bleiben, dürften auch wir sehr gute Chancen haben, um die ersten beiden Plätze mitzuspielen.